AN ZHAN

V'00

AN ZHAN

RUNNING OUT OF TIME

Johnnie To
HK, 1999
Spielfilme, 92min,

AN ZHAN

Johnnie To
HK, 1999
Spielfilme, 92min,

Mit: 
Andy Lau Tak-wah
Wah
Lau Ching-wan
Inspektor Sang
Yo Yo Mong Ka-wai
Mädchen im Bus
Drehbuch: 
Yau Ngai-hoi
Laurent Courtiaud
Julien Carbon
Ton: 
Martin Chappell
May Mok
Kamera: 
Cheng Siu-keung
Schnitt: 
Chan Chi-wai
Musik: 
Raymond Wong Ying-wah
Ausstattung: 
Jerome Fung Lok-bun
Kostüm: 
Jerome Fung Lok-bun

Produktion: 
Milkyway Image (HK) Ltd.
Weltvertrieb: 
Milkyway Image (HK) Ltd.
Verleih in Österreich: 
Polyfilm Verleih
Format: 
35 mm
Farbe

Die Gangsterfilme von Johnnie To sind eine Offenbarung. Man stolpert aus dem Kino und ist sich sicher, das eleganteste, modernste Unterhaltungskino der Welt gesehen zu haben. Ein Gangsterkino, das sich in seinen Schießereien an der avancierteren KungFu-Choreografie orientiert und zuweilen auch an Kurosawa erinnert, ein Kino, in dem man die glänzenden teuren Mercedesse oder BMWs so toll findet, wie die stets fusselfreien Anzüge der Helden oder ihre entschlossenen, schönen Gesichter. Die Moral der von einer blaustichigen Großstadtsehnsucht geprägten Filme von
Johnnie To ist groß in ihrer formalisierten Einfachheit. In An zhan, dem schönsten Johnnie-To-Film, geht es um das seltsame Duell zweier extrem gut aussehender Helden. Der eine — Wah — hat nur noch ein paar Wochen zu leben, lässt sich ein paar Schmerztabletten verschreiben und landet einen ziemlich komplizierten Coup. Er funktionalisiert seinen Gegenspieler - den äußerst cool-melancholisch wirkenden Inspektor Sang. Alle paar Minuten gibt es neue Wendungen, viel Tragik und berückend schöne Bilder. Beide mögen sich, sind aber superloyal und müssen diesen Konflikt nun auf sehr komplizierte Weise verhandeln. (Detlef Kuhlbrodt)
Johnnie To lässt die Klischees des Abenteuerfilms und des buddy movie zur kinetischen Farce gerinnen, die die Lebensgefahr in der Verwechslungskomödie aufgehen lässt und die Coolness der Männer immer wieder vorsätzlich untergräbt. Ein Kidnapping-Spezialist jagt da einen kriminellen Räuber und Geiselnehmer, einen Mann, der nichts mehr zu verlieren hat, weil er nur noch ein paar Tage zu leben hat. So macht er sich aus dem Verbrechen ein Spiel, das ohne große Körperverletzungen auskommt, dafür auf tausend Tricks, Verstellungen und seltsame Pointen setzt: ein absurdes, fabelhaft inszeniertes Action-Schaustück. (Stefan Grissemann)