Spielfilme

THE KNACK (... AND HOW TO GET IT)

GEWISSE KNIFF, DER
Richard Lester
GBR 1965
84min
V'00

Ein sich nach Sex verzehrender schüchterner junger Lehrer im Swinging London der sechziger Jahre vermietet ein Zimmer seines Hauses an einen großmäuligen Frauenhelden, ein anderes an ein unbedarftes Mädchen aus dem Norden Englands, das den Christlichen Verein Junger Mädchen sucht. Seit The Lonelyness of the Long-Distance Runner ist die ganze Batterie von Nouvelle-Vague-Effekten - Jump Cuts, Zeitraffer/-lupe, Schrift im Bild, Cinéma-verité-artige Zwischenspiele - zum gewohnten Merkmal von britischen Möchtegern-Hipster-Filmen geworden. Somit wurde unsere Bereitschaft, angenehm überrascht zu sein, dass derartiges überhaupt gemacht wird, durch den Wunsch ersetzt, es solle letztlich auch gut gemacht sein. Auch wenn Richard Lester keinen Trick ausspart, bei ihm funktioniert es. Der Stil scheint nicht von der wilden Entschlossenheit, modisch sein zu müssen, herzurühren, sondern weil er als einzig natürliche Art, diesen Film zu machen, in Frage kommt. Die Erleichterung, das alles genießen zu können, ohne sich fragen zu müssen, ob es nicht auch als anmaßende Geste verstanden werden will, trägt zum großen Vergnügen bei, das man dabei hat. (John Russell Taylor)

In den Techniken seines Metiers gut ausgebildet durch das Herstellen von Werbefilmen, ist es Lester ein offenkundiges Vergnügen, all die Tricks beim Fokussieren und Belichten und die seltsamen Effekte, die man mit einer Kamera erzeugen kann, zu demonstrieren. In dieser Welt Lesters ist alles möglich. Was immer wir uns in unseren wildesten Träumen vorstellen, er kann es für uns auf die Leinwand zaubern. Fühlen wir uns schwer, träge, fett und langweilig? Er errichtet für uns eine Welt, in der alles leicht und fröhlich, faszinierend und aufregend ist. The Knack funktioniert denn auch nur wirklich auf dem Niveau einer Jugendlichen- Phantasie, als eine Art kollektives 8 1/2 aus den britischen Suburbs. Der ganze Film impliziert die Versicherung, dass alles nett, fröhlich und leichtherzig sein kann, wenn wir es nur mit dem richtigen Schwung anpacken. Die Figuren bewohnen das Niemandsland des jugendlichen Tun-wir-es, jenes eigentlich zögerliche Alter zwischen sexueller Bewusstheit und sexueller Erfahrenheit, das aber hier wie ein großes Fest erscheint, vorausgesetzt, wir bringen die richtige Art von Stil mit und die Entschlossenheit, nicht brav zu sein. (Peter Harcourt)

Credits
  • Rita Tushingham
  • Michael Crawford
  • Ray Brooks
  • Charles Wood nach dem Theaterstück von Ann Jellicoe
  • Richard Bird
  • David Watkin
  • Anthony Gibbs
  • John Barry; Alan Haven (Songs)
  • Assheton Gorton
  • Jocelyn Rickards
Woodfall/United Artists

UIP

UIP Filmverleih
35 mm
bw
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