DAYEREH

V'00

DAYEREH

CIRCLE, THE

Jafar Panahi
Iran/I, 2000
Spielfilme, 90min,

DAYEREH

Jafar Panahi
Iran/I, 2000
Spielfilme, 90min,

Mit: 
Ferestheh Sadr-Orafai
Pari
Maryam Parvin Armani
Arezou
Nargess Mamizadeh
Nargess
Solmaz Gholami
Solmaz
Drehbuch: 
Jafar Panahi
Kambozia Partovi
Ton: 
Mehdi Dejbodi
Kamera: 
Bahram Badakhshani
Schnitt: 
Jafar Panahi
Ausstattung: 
Iraj Ramin-Far

Produktion: 
Jafar Panahi Films
Weltvertrieb: 
Celluloid Dreams
Format: 
35 mm
Farbe

Nach dem Sieg des Reformers Khatami bei der Präsidentenwahl 1997 hielt Jafar Panahi die Zeit für gekommen, einen politisch avancierten Film über die Situation von Frauen im Iran zu machen. Er musste ein Jahr lang auf die Drehgenehmigung warten. Im Sommer 1999 fanden die Dreharbeiten statt, unter Aufsicht jener Polizeibehörden, deren Rolle Panahi in seinem Film unter die Lupe nehmen wollte. Der Regisseur weigerte sich, vor der ersten öffentlichen Vorführung etwas über den Film oder über den Inhalt zu sagen. Es sickerte jedoch durch, dass der Film von drei
weiblichen Gefangenen handle, die aus einer Strafanstalt ausbrechen, von Prostitution und Polizeibrutalität. Die Sensationsberichte der iranischen Presse verschärften Panahis Probleme. Die Polizei verweigerte jegliche Kooperation.
Dayereh ist ein Wendepunkt im iranischen Kino. Seine Bedeutung liegt nicht nur in der kühnen Geschichte und seinem kompromisslosen Angehen sozialer Problemstellungen, sondern auch in der Tatsache, dass Panahi ein Kunstwerk geschaffen hat, in dem Form und Inhalt eine perfekte Verbindung eingehen. Die Bilder von einem bisher unbekannten Teheran und von Randfiguren des städtischen Lebens haben nichts gemein mit dem moralistischen Zugang anderer iranischer Filme. Im Februar 2000, als die Zensurbehörde befand, der Film beleidige moslemische  Iranerinnen, wurde er vom Fajr Festival in Teheran zurückgezogen. Es sei «im Moment ungünstig», den Film im Iran zu zeigen, hieß es. Nach langem Warten wurde schließlich im August 2000 die Aufführungserlaubnis erteilt. (Mohammad Atebbai)
In vielen Gemeinschaften sind Frauen die am meisten unterdrückten Menschen. Ihre Freiheit ist so eingeschränkt, dass es scheint, als befänden sie sich in einem großen Gefängnis. Und das gilt nicht nur für eine bestimmte Klasse von Frauen, sondern für alle - als bewegten sie sich alle innerhalb eines Kreises. (Jafar Panahi)