ZEIT ZU GEHEN

V'06

ZEIT ZU GEHEN

Anita Natmeßnig
A, 2006
Dokumentarfilme, 95min, OF

ZEIT ZU GEHEN

Anita Natmeßnig
A, 2006
Dokumentarfilme, 95min, OF

Drehbuch: 
Anita Natmeßnig
Ton: 
Bruno Pisek
Kamera: 
Helmut Wimmer
Schnitt: 
Adam Wallisch
Musik: 
Reinhard-Peter Kurz

Produktion: 
Navigator Filmproduktion Schottenfeldgasse 14 1070 Wien T 1 524 97 77 info@navigatorfilm.com
Weltvertrieb: 
Autlook Filmsales Zieglergasse 75/1 1070 Wien T 1 720 55 35 70 welcome@autlookfilms.com
Verleih in Österreich: 
Polyfilm Verleih Margaretenstraße 78 1050 Wien T 1 581 39 00 20 polyfilm@polyfilm.at
Format: 
35 mm
Farbe

Zeit zu gehen ist ein Film über ein nach wie vor großes Tabu unserer Zeit: das Sterben. Anita Natmeßnig und ihr Team hatten die Möglichkeit, drei Monate lang am Alltag im Caritas Socialis Hospiz Rennweg teilzunehmen. Der Film zeigt, wie fünf unheilbar krebskranke Menschen die letzten Monate, Wochen und Tage ihres Lebens auf einer 12-Betten-Station, wo das Sterben als natürlicher Teil des Lebens akzeptiert wird, verbringen. Das Hospiz mit seiner effizienten Palliativmedizin und seiner respekt- und liebevollen Atmosphäre ermöglicht ihnen trotz schwerer Krankheit Lebensqualität. Durch Schmerztherapie, Symptomlinderung, intensive Pflege und Betreuung haben die Menschen hier Zeit, in Würde Abschied zu nehmen und zu gehen. Zeit zu gehen gibt Zeit zum Zuschauen: In langen ruhigen Einstellungen kann man die Interaktionen zwischen Hospiz-Team, Patienten und Angehörigen beobachten. Ein Pfleger schmiert behutsam das Gesicht eines Patienten ein, eine Ärztin trinkt Cognac mit einem anderen, und ein dritter spielt mit seinem Bruder Karten und darf am Stützpunkt soviel rauchen wie er will. Zwei Krankenschwestern betten würdig eine Verstorbene, während eine Patientin sich noch ein paar Tage vor ihrem Tod die Haare schneiden lässt und Besuch von ihren Urenkeln erhält. Die Protagonisten in Zeit zu gehen geben ganz offen und durchaus auch humorvoll Einblick in die Dinge, die sie beschäftigen, sie reden über das Sterben, den Tod und ein mögliches Leben danach. Deutlich wird: Angesichts des Todes geht es vor allem um das Leben. Und so wird auch das Verstreichen der Zeit hörbar, wenn in den Zimmern die Uhren ticken, auf der Terrasse sich die Vogelstimmen verändern und die Grillen im Herbst verstummen. Was bleibt ist das bunte Windrad, das sich auch dann noch weiterdreht, wenn bereits der Schnee die Blumen bedeckt.