UGETSU MONOGATARI

V'98

UGETSU MONOGATARI

UGETSU

Kenji Mizoguchi
J, 1953
Spielfilme, 97min,

UGETSU MONOGATARI

Kenji Mizoguchi
J, 1953
Spielfilme, 97min,

Mit: 
Masayuki Mori
Sakae Ozawa
Machiko Kyo
Mit: 
Choreographie
Kinshichi Kodera
Drehbuch: 
Yoshikata Yoda
Matsutaro Kawaguchi
nach zwei Erzählungen von Akinari Ueda (Jasei no in und Asaji ga yado) und einem Motiv von Guy de Maupassant
Ton: 
Iwao Otani
Kamera: 
Kazuo Miyagawa
Schnitt: 
Mitsuzo Miyata
Musik: 
Fumio Hayasaka
Ausstattung: 
Uichiro Yamamoto
Kostüm: 
Kusuno Kainosho

Produktion: 
Daiei Co. Ltd.
Weltvertrieb: 
Daiei Co. Ltd.
Format: 
35 mm
Schwarz/Weiß

Im Mittelpunkt stehen zwei Männer von entgegengesetztem Charakter. Nur eines eint sie: ihre Sucht nach Ruhm, der für sie das Glück wäre. Genjuro, der Töpfer, möchte ein berühmter Künstler werden; Tobei, der Bauer, ein gefürchteter Samurai. In der Stadt scheinen sie ihr Ziel zu erreichen. Genjuro verkauft seine Ware einer Prinzessin, die in ihm den Künstler entdeckt und ihn heiraten möchte. Tobei stiehlt den Kopf eines enthaupteten Kriegshelden und wird Hauptmann einer kleinen Samurai-Truppe. Aber beide haben nur Phantome des ersehnten Glücks am Zipfel erhascht. Der Töpfer ist einer Fata Morgana aus dem Totenreich erlegen. Nach der vorgegaukelten Hochzeitsnacht wacht er zwischen den Trümmern des Palastes auf: Es war alles nur ein Traum, der sich bei seiner Heimkehr auf grausame Weise wiederholt: Seine Frau erscheint ihm nur noch als Phantom, sie ist in den Kriegswirren umgekommen, weil er sie bei seiner Jagd nach dem Glück alleingelassen hat. Auch Tobei muss den schmählichen Zusammenbruch seiner Wünsche erleben. Nicht nur, dass er sein Ansehen einem Betrug verdankt; schlimmer ist, dass er seine Frau im Freudenhaus wieder sehen wird. Sie war entehrt worden, als er dem Kriegsruhm hinterher rannte.

Wenn die Poesie in jeder Sekunde erscheint, in jeder Einstellung, die Mizoguchi dreht, dann weil sie wie bei Murnau der instinktive Reflex der erfinderischen Noblesse seines Autors ist. Aus dem gleichen Grund wie der Regisseur von Sunrise versteht der Regisseur von Ugetsu monogatari ein Abenteuer zu beschreiben, das immer zugleich eine Kosmogonie ist. (...) Nie zuvor hatten wir das Mittelalter in einer vergleichbaren atmosphärischen Dichte lebendig gesehen, gesehen mit unseren eigenen Augen. (...) Ugetsu monogatari (...) ist Kenji Mizoguchis Meisterwerk, das ihn auf eine Stufe stellt mit Griffith, Eisenstein und Renoir, (...) Das Raffinement der Inszenierung ist bis zum äußersten getrieben. Mizoguchi ist wahrscheinlich der einzige Regisseur auf der ganzen Welt, der es wagt, systematisch Gegenschussaufnahmen von 180 Grad zu verwenden. Aber was bei jedem anderen Bluff wäre, ist bei ihm nur eine natürliche Bewegung, die daher rührt, dass es ihm vor allem auf den Dekor ankommt und den Platz, den die Schauspieler darin einnehmen. (Jean-Luc Godard)