ADA

V' 98

ADA

FRAU MIT VERGANGENHEIT

Daniel Mann
USA, 1961
Spielfilme, 109min,

ADA

Daniel Mann
USA, 1961
Spielfilme, 109min,

Mit: 
Susan Hayward
Dean Martin
Wilfrid Hyde-White
Drehbuch: 
William Driskill
Arthur Sheekman
Wirt Williams nach dem Roman Ada Dallas von Wirt Williams
Ton: 
Conrad Kahn
Kamera: 
Joseph Ruttenberg
Schnitt: 
Ralph E. Winters
Musik: 
Bronislau Kaper; Walt Fowler
Warren Roberts (Songs)
Ausstattung: 
Edward C. Carfagno
George W. Davis
Kostüm: 
Helen Rose

Produktion: 
MGM
Weltvertrieb: 
Hollywood Classics Ltd.
Format: 
35 mm
Farbe
Seitenverhältnis: CinemaScope

Ada ist die Geschichte des kleinen Landpolitikers Bo Gillis, der von einem "No-Name- Kandidaten" zum "No-Name-Gouverneur" eines von Korruption geplagten Staates im Süden wird. Es gibt gewisse Ähnlichkeiten zwischen der Figur, die Dean Martin spielt, und Jimmie Davis, dem Gouverneur von Louisiana, der sich 1944 mit seinem Song You Are My Sunshine in die Herzen der Wähler gesungen hatte, und der 1961 wieder Gouverneur war. Susan Hayward, die mit Daniel Mann schon bei I’ll Cry Tomorrow zusammengearbeitet hatte, spielt die Frau des Gouverneurs, eine reformierte Nutte. Hayward konnte Dean Martin nicht ausstehen, weil er "so vulgär" sei. Daniel Mann hatte mit den größten Schauspielern der Zeit gearbeitet, darunter Burt Lancaster, Shirley Booth, Anna Magnani, Marlon Brando, Paul Muni und Elizabeth Taylor. Aber Dean Martin war für ihn etwas Besonderes: "Er war ein Naturtalent. Er ging nicht zu tief, er versuchte nicht, einem zu zeigen, dass er voller Emotionen war. Er tat Dinge einfach so, wie er sie verstand. Ich fand das eine sehr seltene Gabe. Die meisten Leute versuchen furchtbar hart, etwas zu sein, was sie nicht sind. Das ist das, was man als schlechtes Schauspielen bezeichnet. Deans Komplexität war anders als die von Brando zum Beispiel. Dean war ein Mensch, der - an der Oberfläche - so wirkte, als fiele ihm alles ganz leicht, aber er war viel komplexer als das. Ich glaubte, es gab eine Grundunsicherheit bei ihm, die ihn daran hinderte, sich zu öffnen, eine Angst, seine eigenen tiefsten Gefühle bloßzulegen. Er kümmerte sich nie um den Film als Ganzes. Aber er war sehr darum besorgt, was er selbst zu tun hatte, und das war großartig. Für einen Regisseur ist das ein Vergnügen. Ein Film sollte einen Regisseur haben und nicht vier. Dean brauchte nicht viel "Regie". Er war sehr professionell, kein Poseur. Er war, was er war. Er arbeitete immer gut. Ich kam auf den Set, und er war bereit, loszulegen. Er beherrschte seinen Text und er war immer pünktlich. Er hatte ein Netz auf der Bühne befestigt. Wenn er nicht drehte, war er mit Golf beschäftigt und schoss die Bälle in dieses Netz. Er entspannte sich dabei, es half ihm und es machte ihm Spaß. Es war niemals störend, er kam niemandem damit in die Quere, Er war ein netter Kerl. Zu mir war er sehr freundlich. Aber er war kein Mensch, der sich einfach so unter die Leute mischte." (Nick Tosches)