THERESIENSTADT SIEHT AUS WIE EIN CURORT

V'97

THERESIENSTADT SIEHT AUS WIE EIN CURORT

Bernd Neuburger, Nadja Seelich
A, 1997
Dokumentarfilme, 48min, OmdU

THERESIENSTADT SIEHT AUS WIE EIN CURORT

Bernd Neuburger, Nadja Seelich
A, 1997
Dokumentarfilme, 48min, OmdU

Mit: 
Tonaufnahme 1948
Vladimir Stibitz
Historische Beratung
Ludmila Chládkova
Drehbuch: 
Nadja Seelich
Kamera: 
Bernd Neuburger
Schnitt: 
Eliška Štibrova
Musik: 
Zdenek Merta

Produktion: 
Extrafilm
Weltvertrieb: 
Extrafilm
Verleih in Österreich: 
Filmladen
Format: 
16 mm
Schwarz/Weiß

Josefa Stibitzova wurde im Juni 1942 aus ihrer Heimatstadt Kolin in Böhmen in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Sie war 69 Jahre alt und krank. Der "Logik" des Holocaust zum Trotz hat sie in Theresienstadt im Mai 1945 die Befreiung erlebt. Kurz nach ihrem 75. Geburtstag im Jahr 1948 hat sie ihre Erinnerungen an den Aufenthalt in Theresienstadt auf ein Tonband gesprochen. Dieses Tonband ist erhalten geblieben. Erhalten geblieben sind auch Schwarzweißfotografien, die Josefa Stibitzova an einem sonnigen Sommermorgen im Jahre 1942 zeigen, wie sie in der Begleitung ihrer Töchter zu der Sammelstelle in Kolin geht, und Fotos, die ihr Wiedersehen mit ihrem Sohn im Mai 1945 in Theresienstadt dokumentieren. Auch einige Postkarten, die Josefa Stibitzova aus Theresienstadt schickte, sind erhalten geblieben. Auf einer steht: "(...) Theresienstadt sieht aus wie ein Curort wurde gefilmt von der 'Aktualität' auch unser Häuschen bin gerade draußen auf der Gartenbank." In dem Fragment des unter dem Titel Der Führer schenkt den Juden eine Stadt bekannten NS-Propagandafilms ist Josefa Stibitzova zu sehen - auf einer Gartenbank vor einer Holzbaracke. Das Material wurde kürzlich in einem privaten Archiv in Prag gefunden. Der einzige Kommentar unseres Dokumentarfilms ist die Erzählung von Josefa Stibitzova aus dem Jahr 1948. Mit Lust und Verve schildert die alte Frau ihren dreijährigen Überlebenskampf. (Nadja Seelich/Bernd Neuburger)