PETITE VENDEUSE DU SOLEIL

V'99

LA PETITE VENDEUSE DU SOLEIL

KLEINE MÄDCHEN, DAS DIE SONNE VERKAUFTE, DAS

Djibril Diop Mambety
CH/F/Senegal, 1999
Spielfilme, 45min,

LA PETITE VENDEUSE DU SOLEIL

Djibril Diop Mambety
CH/F/Senegal, 1999
Spielfilme, 45min,

Mit: 
Lissa Balera
Sili
Tai'rou M'Baye
Babou
Drehbuch: 
Djibril Diop Mambety
Ton: 
Alioune M'Bow
Kamera: 
Jacques Besse
Schnitt: 
Sarah Taouss Matton
Musik: 
Wasis Diop

Produktion: 
Waka Films
Weltvertrieb: 
Brussels Ave
Format: 
35 mm
Farbe

Seit langem ist der Straßenverkauf von Zeitungen in Dakar den Buben der Stadt vorbehalten. Doch plötzlich wird dieses Vorrecht in Frage gestellt. Sili, ein Mädchen zwischen zehn und dreizehn Jahren, lebt auf der Straße und bewegt sich mit Hilfe von
zwei Krücken vorwärts. Sie teilt das Leben der jugendlichen Zeitungsverkäufer und hält sich mit Betteln über Wasser. Eines Tages wird sie so heftig von den Jungen angerempelt, daß sie schwer stürzt. Dabei öffnet sich ihr Kleid und läßt einen schmächtigen
Körper erkennen. Ihre Krücken liegen meterweit von ihr entfernt. Sie kann sich nur unter Aufbringung all ihrer Kräfte wieder aufrichten. Sie ist sehr verärgert und nimmt sich fest vor, vom nächsten Tag an wie alle anderen Zeitungen zu verkaufen. Warum
soll das, was für Männer gilt, nicht auch für Frauen in Frage kommen? Doch die kleine Welt der Zeitungsjungen ist erbarmungslos. Sili lernt ungeahnte Schmerzen, aber auch Träume kennen - und schließlich sogar Freundschaft.
Der Impuls, der hinter allem steht, was ich mache, geht zurück auf den Moment der Befreiung in den sechziger Jahren und wird eher von meiner Auffassung der Grenzen des Möglichen inspiriert als von irgendeiner Entwicklung oder einem Trend des europäischen Films jener Zeit. Damals hörte ich außerdem auf, "Rassist" zu sein, und wurde Missionar. Ich wurde mir meiner Mission im Namen meines Volkes und meiner Kultur bewußt und meiner universellen Pflicht, ein Lied zu singen, das auf der ganzen Welt verstanden wird. (...) Ich bin mit einer Trilogie kürzerer Filme beschäftigt, denen ich den Untertitel "Geschichten von einfachen Leuten" gegeben habe. Diese Menschen sind wichtig, weil sie als einzige konsequent handeln, Es sind einfache und doch mutige Menschen. Sie werden nie ein Bankkonto haben, sondern jeden Tag mit der Frage nach dem Überleben konfrontiert. Es sind ehrliche Menschen, Mit diesen drei Filmen möchte ich dem Mut der Straßenkinder die nötige Anerkennung zukommen lassen. Die Liebe der Kinder ermutigt mich, den Alten und Korrupten und jenen zu trotzen, deren Reichtum ihre eigene Seele nicht berührt. (Djibril Diop Mambety, 1995)