PERWYJ UTSCHITEL

V'01

PERWYJ UTSCHITEL

First Teacher

Andrej Michalkow-Kontschalowskij
UdSSR, 1965
102min, OmdU

PERWYJ UTSCHITEL

Andrej Michalkow-Kontschalowskij
UdSSR, 1965
, 102min, OmdU

Mit: 
Natalija Arinbasarowa
Altynaj
der Lehrer)
Idris Nogajbajew
Normamgabet
Darkul Kujukowa
Koltinaj
M. Kyschtobajew
Saltymkul
Kassym Scharkinbajew
Kartynbaj
Sowjetbek Schumadilow
Kajmbaj
W. Kydykejewa
Chernucha
K. Jussupschanowa
Burma

Produktion: 
Kirgisfilm Studio Dinara Asanowa Street 1 720030 Bischkek, Kirgisistan T 312 25 43 12 F 312 25 30 68
Weltvertrieb: 
Arkeion Films 6 rue de St. Petersbourg 75008 Paris, Frankreich T 1 44 70 98 98 arkeion.films@wanadoo.fr
Verleih in Österreich: 
35mm/Schwarzweiß

Dieser frühe Film von Andrej Kontschalowskij unterläuft den typisch sowjetischen Propagandafilm, weil er es wagt, seinen Protagonisten als so ideologisiert zu zeigen, dass er schon lächerlich wirkt. Es handelt sich um einen Veteranen der Roten Armee namens Djuschen, der in den 20er Jahren in einen gottverlassenen Winkel Kirgisistans geschickt wird, um dort die erste Schule der Gegend zu gründen. Am ersten Schultag wollen die Kinder über den Tod sprechen, und Djuschen ist nur allzu bereit, ihre Fragen zu beantworten, bis ein kleiner Junge wissen will, ob auch Lenin eines Tages sterben werde. Der Lehrer ist so erzürnt über den Gedanken, sein Idol Lenin sei sterblich, dass er dem Jungen fast den Arm ausrenkt und ihn bezichtigt, ein Konterrevolutionär zu sein. Der Junge hat natürlich keine Ahnung, wovon Djuschen spricht. Dieser Zwischenfall beeinträchtigt Djuschens Ambitionen, denn die Kinder bleiben der Schule verschreckt fern. Allmählich aber beruhigt sich der Lehrer, und auch die Kinder sehen ein, dass er ihnen einen neuen und vielleicht besseren Lebensweg anbietet. Während ihn die Kinder akzeptieren, ertragen die Erwachsenen seine Anwesenheit nur schwer, sehen sie ihn doch als Bedrohung für ihre Art und Weise, sich den Dingen des Lebens zu stellen. Der Film zeigt, wie Djuschen seinem ideologischen Fanatismus abschwört und lernt, menschlich zu sein, und wie die Dorfbewohner, die zunächst darauf aus waren, die Außenwelt fernzuhalten, die unvermeidlichen Veränderungen zu akzeptieren beginnen. Das Ende könnte man als capraesk bezeichnen, aber vielleicht ist es sogar noch bewegender. Die Emotionen schleichen sich sozusagen an. Anstatt eines schmetternden Orchesters zum Schluss hört man nur das Geräusch von Äxten. (Stefan Stocker)