PAROLA AMORE ESISTE

V'98

LA PAROLA AMORE ESISTE

LIEBE, GIBT'S DIE?

Mimmo Calopresti
I/F, 1998
Spielfilme, 87min,

LA PAROLA AMORE ESISTE

Mimmo Calopresti
I/F, 1998
Spielfilme, 87min,

Mit: 
Valeria Bruni Tedeschi
Fabrizio Bentivoglio
Marina Confalone
Drehbuch: 
Mimmo Calopresti
Francesco Bruni
Heidrun Schleef
Ton: 
Remo Ugolinelli
Marco Fiumura
Kamera: 
Alessandro Pesci
Schnitt: 
Massimo Fiocchi
Musik: 
Franco Piersanti
Ausstattung: 
Alessandro Marrazzo
Kostüm: 
Marina Sciarelli

Produktion: 
Bianca Film
Weltvertrieb: 
Intermedia Arc Pictures
Verleih in Österreich: 
Filmladen
Format: 
35 mm
Farbe

Die Liebe, um die es im Titel geht, wird von der von zahlreichen Ängsten geplagten Angela gesucht, als Erlösung von ihrer zweiten, schwer an ihr nagenden Obsession: der Einsamkeit. Unfähig, mit ihrer Mutter zu kommunizieren, und unbeeinträchtigt von der Verpflichtung, arbeiten zu müssen, lebt sie eine leere Existenz zwischen den Terminen bei ihrem Analytiker. Eines Tages begegnet sie dem geschiedenen Cellolehrer Marco. Sie nimmt die Farbe seines Hemdes (rot) und die Nummer des Stockwerks, in dem er wohnt (drei), als Zeichen und beginnt ihn zu umwerben. Sie schickt ihm - anonym - Exzerpte von japanischen Liebesgedichten. Marco jedoch hält die Zettel für Sympathiebeweise einer seiner Studentinnen. Angelas fragiles Gleichgewicht wird weiter gestört durch die Tatsache, dass sie mit ihrem Analytiker in Streit gerät und dass man ihre eine neue Türnummer (11, ein Symbol für Einsamkeit) zuordnet. Entnervt begibt sie sich in eine psychiatrische Klinik. (David Rooney)

La parola amore esiste verlässt sich auf die Hauptdarstellerin, auf die stets erstaunliche Valeria Bruni Tedeschi. Ein eigenartiges Bild setzt Calopresti an den Anfang: Seine Heldin schreitet in schnellem Gang, mit ernstem Gesicht, die Straße ab, macht sinnlose Ausfallschritte, kurz nach links, kurz nach rechts, in unnatürlichen Schritten über die Linien eines Zebrastreifens. Ihrem Analytiker erzählt sie später, dass ihr diese Form des Aberglaubens helfe, ihr Leben zu strukturieren, buchstäblich im Gleichgewicht zu halten. Das Porträt einer unsicheren, aber kämpferischen Frau: Caloprestis Arbeit, in leisen Bildern und Tönen fast wie ein Film Eric Rohmers inszeniert, gilt einer Einsamen, die das Unglück, die alltäglichen kleinen Widrigkeiten magisch anzuziehen scheint, einer Frau, die sich ihren Glauben an die Liebe dennoch nicht ausreden lässt. Sie macht sich an die Arbeit, einen ihr fremden Musiklehrer näher kennenzulernen. Die Ergebnisse sind tragikomisch, aber: Das Wort Liebe existiert. (Stefan Grissemann)