MARIE, LÉGENDE HONGROISE

V'04

MARIE, LÉGENDE HONGROISE

Paul Fejos
F, 1932
66min, OF

MARIE, LÉGENDE HONGROISE

Paul Fejos
F, 1932
, 66min, OF

Mit: 
Annabella
Marie Szabó
Germaine Aussey
Das blone Mädchen
Simone Héliard
Die Sängerin
Drehbuch: 
Paul Fejos nach einer Geschichte von Ilona Fülöp
Ton: 
Franz Lohr
Kamera: 
Stefan Eiben
Peverell Marley
Perrin
Schnitt: 
Lothar Wolff
Musik: 
Vincent Scotto
Lucien Angyal
Ausstattung: 
Serge Pimenoff

Produktion: 
Société des Films Osso, Paris
Format: 
35 mm
Schwarz/Weiß

Fejos verfilmt eine alte ungarische Legende, eine Geschichte von eigentümlichen Aprilschauern, die die Mütter vom Paradies aus hervorrufen, um die Tugend der Mädchen zu schützen. Fejos verwebt bei dieser Arbeit die Realitätsebenen. Er verfilmt die Fabel mit einem Stich an Surrealem und verankert die Geschichte in der genauen Beobachtung des Dorflebens. Der Traum als Chiffre der Wirklichkeit. Ein Film entsteht, der formal aus seiner Zeit fällt. Geredet wird wenig, der Fortgang des Geschehens ist Gesichtern, Gesten, dem Changieren des Lichts und der Physiognomie der ungarischen Provinz überantwortet. Fejos versucht, an die Internationalität des stummen Films anschließen. Die Geschichte ist einfach und ergreifend. Marie, eine Dienstmagd, wird von ihrer Herrschaft ausgenutzt. Aus allen Winkeln des Hauses tönt der Ruf nach ihr, für jede Tätigkeit scheint allein sie zuständig. Sie ist geduldig, aber nicht abgestumpft. Die Tochter des Hauses wird herausgeputzt, sie soll am Abend ihren Verlobten beim Dorftanz treffen. Marie trägt auf dem Weg dorthin die weißen Schuhe hinterher, die auf der regendurchweichten Lehmstraße schmutzig würden. Sie geht mit gesenktem Kopf, und als die Musik ihr einige Tanzschritte entlockt, reagiert der Kapellmeister unwirsch. Eine Magd hat auf den Festen der Dorfgemeinschaft nichts verloren.