MAKING OF A NEW EMPIRE

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THE MAKING OF A NEW EMPIRE

Jos de Putter
NL, 1999
Dokumentarfilme, 98min,

THE MAKING OF A NEW EMPIRE

Jos de Putter
NL, 1999
Dokumentarfilme, 98min,

Mit: 
Chosh-Ahmed Nuchajew
Drehbuch: 
Jos de Putter
Ton: 
Lukasz Nowicki
Martijn van Haalen
Kamera: 
Andrzej Adamczak
Adri Schover
Marc Homs
Bernd Wouthuyzen
Schnitt: 
Danniel Danniel
Puck Goossen
Musik: 
Vincent van Warmerdam

Produktion: 
Jura Filmprodukties
Weltvertrieb: 
Films Transit International Inc.
Format: 
35 mm
Farbe

Grosny, die Hauptstadt Tschetscheniens. Zwei Jahre nach dem mit äußerster Grausamkeit geführten Unabhängigkeitskrieg gegen die russische Armee liegt die Stadt in Trümmern. Vor 25 Jahren gründete Chosh-Ahmed Nuchajew eine Untergrundbewegung, deren Zentrale in Moskau lag und die seither als «Tschetschenen-Mafia» bekannt und gefürchtet ist. In den Augen der Tschetschenen ist sie hingegen die Wiege ihrer Freiheitsbewegung. Nuchajew fügt sich in die lange und mächtige Tradition tschetschenischer Krieger, Banditen und Rebellen. Er ist Pate, entflohener Sträfling, Kriegsheld, Manager in Sachen Öffentlichkeitsarbeit und Visionär in einer Person. Der Film erzählt eine Geschichte, die Einsichten in die mystische und stolze, aber auch gewalttätige Geschichte des tschetschenischen Volkes vermittelt. Zugleich gibt er einen Ausblick auf die Zukunft. Wer diese Region beherrscht, kontrolliert die Ölpipelines am Kaspischen Meer, die größten Ölreserven der Welt. Deswegen steht hier auch die Zukunft des Westens auf dem Spiel.

Als der tschetschenische «Widerstandskämpfer», Politiker, Geschäftsmann und Clanführer Nuchajew dem Filmemacher erlaubte, ihn auf seinen Reisen zu begleiten, geschah dies sicher, um mit jedem Meter dieses Films für sich zu werben. Aber herausgekommen ist ein Porträt, das uns durch Widerwärtigkeit und Anziehungskraft, durch die Darstellung von Machthunger und Charisma, durch den lebenden Beweis von Geldgier und Volksverbundenheit fasziniert. In unscheinbaren Gesten und Blicken, in Machtdemonstrationen und Unterwerfungsritualen, in sanften Überredungen und profitablen Geldgeschäften erleben wir einen Menschen als Teil einer Kultur, die Archaisches und Globalisiert-Modernes in für uns unverständlicher Weise miteinander verbindet. Dass wir dieses Unverständliche besser verstehen, dazu trägt der Film auf drastische Weise bei. (Marianne Wündrich-Brosien/Christian Ziewer)