JUIF À LA MER

V'07

UN JUIF À LA MER

JEW IN THE WATER

Yolande Zauberman
F, 2006
Dokumentarfilme, 57min, OmeU

UN JUIF À LA MER

Yolande Zauberman
F, 2006
Dokumentarfilme, 57min, OmeU

Mit: 
Selim Nassib
Drehbuch: 
Yolande Zauberman
Ton: 
Yolande Zauberman
Kamera: 
Yolande Zauberman
Schnitt: 
Yolande Zauberman

Produktion: 
Les Films du Poisson 54 rue René Boulanger 75010 Paris, Frankreich T 1 42 02 54 80 contact@filmsdupoisson.com
Weltvertrieb: 
Les Films du Poisson 54 rue René Boulanger 75010 Paris, Frankreich T 1 42 02 54 80 contact@filmsdupoisson.com
Format: 
Video (Digi Beta)
Farbe

Libanon im Krieg. Im August 1982 kann PLO-Chef Yassir Arafat mit knapper Not aus West-Beirut evakuiert werden. An seiner Seite vier vermummte Männer, von der Weltpresse für palästinensische Terroristen gehalten. Tatsächlich sind es Journalisten, die Arafat in einem gewagten Rollentausch an den libanesischen Behörden vorbeilotst. Nur um bereits an Bord seines Fluchtschiffs die vernichtende Niederlage der PLO zum gloriosen Sieg umzudeuten. Einer dieser vier Reporter war Selim Nassib. Seine sehr persönliche Rückschau auf drei Jahrzehnte Nahostkonflikt hat Yolande Zauberman zu einer dichten Stunde des Oral Storytelling montiert. Die französische Filmemacherin hat dafür ein konspiratives Setting gewählt: Auf einem Flachdach in Jaffa bat sie den Journalisten im Dunkel der Nacht zum Gespräch. Die Geschichten, die Nassib erzählt, unterlegt sie nicht wie oft üblich mit Archivbildern, sondern arbeitet sie vielmehr an seinem Gesicht ab: vom flackernden Kerzenlicht umspielt, die Stimme gedämpft, die Augen hellwach, berichtet er von einem zermürbenden Verhör in Beirut und tut dies mit charmantem Lächeln. Zauberman versteht es, Nassib ins Bild zu setzen. Mit scheinbar ungelenken Kamerabewegungen, improvisierter Beleuchtung und schrägen Perspektiven antizipiert sie jene Atmosphäre, die er geisterhaft beschwört. Von Geiselnahmen und der Paranoia des Krieges ist da die Rede, aber auch von der Faszination des antagonistischen Südlibanon, von Drogen oder den frühen Jahren in Paris. Die Konfliktlinien der Region finden sich in seinem - von ihm selbst ironisiertem - Identitätsentwurf wieder: Wo sonst Vertreter der ethnischen, religiösen und politischen Lager um Stellungnahme gebeten werden, spricht nur dieser Mann: als syrischer Jude mit iranischem Pass, als Sympathisant der palästinensischen Sache, als kommunistischer Student, als mutmaßlicher Christ, als in Beirut sozialisierter Wahlfranzose. (Gunnar Landsgesell) Dieser Film wird gemeinsam gezeigt mit (Posthume) .