GLANEURS ET LA GLANEUSE

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LES GLANEURS ET LA GLANEUSE

GLEANERS AND I, THE

Agnès Varda
F, 2000
Dokumentarfilme, 82min,

LES GLANEURS ET LA GLANEUSE

Agnès Varda
F, 2000
Dokumentarfilme, 82min,

Mit: 
Bodan Litnanski
Agnès Varda
François Wertheimer
Drehbuch: 
Agnès Varda
Ton: 
Emmanuel Soland
Kamera: 
Stéphane Krausz
Didier Rouget
Didier Doussin
Pascal Sautelet
Agnès Varda
Schnitt: 
Agnès Varda
Laurent Pineau
Musik: 
Joanna Bruzdowicz
Pierre Barbaud
Ocean
François Wertheimer

Produktion: 
Ciné-Tamaris
Weltvertrieb: 
Ciné-Tamaris
Format: 
35 mm
Farbe

Les glaneurs et la glaneuse ist ein Wunder an Freiheit und Genauigkeit, Neugier und Geduld, Verspieltheit und Zärtlichkeit. Die Regisseurin von Vogelfrei und Cléo von 5 bis 7 beginnt mit François Millets berühmtem Bild von den Kartoffelklauberinnen und kommt von dort vom Hundertsten ins Tausendste - oder eigentlich eher umgekehrt: Sie kommt ihrem Thema immer näher, indem sie es immer weiter fasst und zeichnet am Ende ein Bild unserer (Wegwerf-)Gesellschaft, das im gleichen Maße poetisch wie politisch ist. Sie beginnt mit der Erkenntnis, dass Erntemaschinen die mühselige Kartoffelernte von Hand überflüssig gemacht haben. Aber dann stellt sie fest, dass es das durchaus noch gibt, wenngleich in anderem Zusammenhang. Abseits der Konsumgesellschaft gibt es immer noch Leute, die sich bücken und die Reste auflesen. Sie wühlen in den Abfällen der Wochenmärkte, durchsuchen die Mülltonnen hinter den Supermärkten, pflücken, was bei der Ernte übersehen wurde. Varda findet ihre Helden auf Obstplantagen, auf Müllkippen und Schrottplätzen. Godard hat einmal behauptet, er habe seinen Film auf dem Schrottplatz gefunden - Varda nimmt ihn beim Wort. Mit ihrer kleinen Kamera zieht sie los und liest ihren Film sozusagen von der Straße auf. Das ist keine Sozialreportage, sondern eine Reflexion über eine Gesellschaft, die von dem lebt, was durch den Rost fällt. Man kommt aus dem Staunen nicht mehr raus, was für Geschichten sich auf der Unterseite des Kartoffelklauber-Bildes finden - man muss sich nur bücken. Ein Film voller Lebendigkeit, voller Zugewandtheit zum Leben. (Michael Althen)