A FEI ZHENGZHUAN

V'99

A FEI ZHENGZHUAN

DAYS OF BEING WILD

Wong Kar-Wai
HK, 1990
Spielfilme, 100min,

A FEI ZHENGZHUAN

Wong Kar-Wai
HK, 1990
Spielfilme, 100min,

Mit: 
Leslie Cheung
Yuk
Andy Lau
Chiu
Maggie Cheung
So Li-cheng
Drehbuch: 
Wong Kar-Wai
Ton: 
Steve Chan
Kamera: 
Christopher Doyle
Schnitt: 
Patrick Tam
Musik: 
Chan Do-ming
Ausstattung: 
William Chang
Kostüm: 
William Chang

Produktion: 
In-Gear Film Production Co. Ltd.
Weltvertrieb: 
Jane Balfour Films Ltd.
Verleih in Österreich: 
Polyfilm Verleih
Format: 
35 mm
Farbe

Ein nostalgischer Blick auf die zufälligen Begegnungen und Leidenschaften von sechs rebellischen jungen Leuten im Hongkong der sechziger Jahre. Yuk ist ein zielloser Flaneur und Frauenheld, der eine Haßliebe für seine Adoptivmutter Betty hegt. Lange Zeit verschweigt sie ihm die Identität seiner wirklichen Eltern. Er bemüht sich um So Li-cheng, als diese jedoch von Heirat spricht, wird er kalt und indifferent. Sie findet - wenn auch nur kurz - Trost bei dem Polizisten Chiu. Inzwischen hat Yuk eine Beziehung zu Mimi geknüpft. Als er erfährt, daß seine leibliche Mutter auf den Philippinen lebt, bricht Yuk aufgeregt und voller Hoffnung nach Manila auf. Doch die Reise verläuft nicht so, wie Yuk sich das vorgestellt hat. Es ist das Hongkong meiner Kindheitserinnerungen. Tsimshatsui, das heutige Touristenviertel, war wie ein Dorf, jeder kannte jeden. Selbst  Sonnenschein gab es damals mehr, und die Luft war elektrisierend. Wir lebten in einer Gegend, in der viele Emigranten aus Shanghai wohnten. Das ist heute völlig verschwunden, diese Generation hat sich völlig assimiliert. Die Figur der Betty erinnert mich an die Frauen, die ich in der Generation meiner Mutter kannte. Ich wollte etwas von diesem Gefühl, das heute verlorengegangen ist, bewahren. (Wong Kar-wai)
Chris Doyles Kameraarbeit und William Changs Dekor tragen dazu bei, die Atmosphäre Hongkongs in den sechziger Jahren entstehen zu lassen. Ohne auf Menschenmengen in Kostümen der Epoche oder auf Flotten alter Autos zurückzugreifen, rekonstruiert Days of Being Wild die Illusion jener Ära durch kleine Details. Eine Telefonzelle im Regen, ein Tablett mit Limonadenflaschen, eine riesige Uhr oder das verblichene Dekor eines Zimmers etablieren das Gefühl für eine Epoche und einen bestimmten Ort viel überzeugender als vielleicht die spektakuläre Nachbildung der alten Anlegestelle der Star Ferry. Es ist ein Film gedämpfter Farben, in dem mehr Großaufnahmen und Halbnahdarstellungen vorkommen als Totalen. Durch diesen sehr konsequenten Stil hat Wong nicht allein sein besonderes Universum geschaffen, sondern eine Welt, die zugleich auch die seiner Protagonisten ist. (Ambrose Au)