EARINI SYNAXIS TON AGROFYLAKON

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I EARINI SYNAXIS TON AGROFYLAKON

Dimos Avdeliodis
GR, 1999
Spielfilme, 178min,

I EARINI SYNAXIS TON AGROFYLAKON

Dimos Avdeliodis
GR, 1999
Spielfilme, 178min,

Mit: 
Angeliki Malanti
Elisso
Takis Agoris
Feldhüter (Sommer)
Yannis Tsoubariotis
Feldhüter (Herbst)
Stelios Makrias
Feldhüter (Winter)
Angelos Pantelaras
Feldhüter (Frühling)
Drehbuch: 
Dimos Avdeliodis
Ton: 
Antonis Samaras
Kamera: 
Odysseus Pavlopoulos (Sommer)
Alekos Yannaros (Herbst)
Linos Meytanis (Winter)
Sotiris Perreas (Frühling)
Schnitt: 
Costas lordanidis
Musik: 
Antonio Vivaldi
Ausstattung: 
Nikos Hadzis
Kostüm: 
Anna Maramousli

Produktion: 
Greek Film Center
Weltvertrieb: 
Greek Film Center
Format: 
35 mm
Farbe

Schauplatz des Films ist die Insel Chios im Jahre 1960. Nach dem plötzlichen Tod des lokalen Feldhüters (eines Landpolizisten, wie es sie früher in Griechenland gab) drängt der Rat des Dorfes Tholopotami den Distriktsagronomen, einen neuen Mann zu ernennen. Aber die verfügbaren Feldhüter weigern sich, in das Dorf zu gehen, weil es einen schlechten Ruf hat und ihr Kollege dort in Ausübung seines Dienstes das Leben verloren hat. Als das Dorf seine Anfrage erneuert und darüber hinaus noch finanzielle Anreize bereitstellt, melden sich vier Feldhüter für den Posten. Der Agronom ernennt einen nach dem anderen: Jeder der vier scheitert an seiner Aufgabe.

Dimos Avdeliodis lädt zu einer fast dreistündigen Erzählung von vier Flurschützern ein - einem mittlerweile auch in Griechenland ausgestorbenen Beruf -, die an ihrer ebenso der Natur wie dem Eigentum verbundenen Aufgabe scheitern; der erste, weil er zu zaghaft, der zweite, weil er zu draufgängerisch ist, der dritte wegen seiner Gutmütigkeit und der vierte, weil er sich in die Diebin der Feldfrüchte verliebt. Einserseits löst so viel Versagen im Amt eine hämische Freude aus, andererseits stimmt es auch melancholisch: Die Dinge entgleiten dem menschlichen Zugriff. So wie sich die Personen in einer üppig wuchernden Botanik fast verirren, so scheint der Einzelne in die Triebe seines Charakters verstrickt. Das ist gewiss nicht die Philosophie des neuen Unternehmertums, aber auch keine Rückkehr zu Rousseau, vielmehr ein Eingeständnis, das viel Trauer über die Unvernunft der Klugen dieser Welt einschließt. Der Regisseur schuf eine Spielebene, wo die souverän balancierenden Darsteller mit schwebendem Schritt auf einem gewundenen Feldweg in ein Land des Märchens vorangehen. Nach Angelopoulos' Die Ewigkeit und Tag ist dies zweifellos der wichtigste griechische Film am Ende des Jahrhunderts. (Hans-Jörg Rother)