DONALD CAMMELL, THE ULTIMATE PERFORMANCE

V'99

DONALD CAMMELL, THE ULTIMATE PERFORMANCE

Kevin Macdonald, Chris Rodley
GB, 1977
Dokumentarfilme, 73min,

DONALD CAMMELL, THE ULTIMATE PERFORMANCE

Kevin Macdonald, Chris Rodley
GB, 1977
Dokumentarfilme, 73min,

Mit: 
Mick Jagger
Anita Pallenberg
Kenneth Anger
Nicolas Roeg
Drehbuch: 
Kevin Macdonald
Chris Rodley
Ton: 
Greg Bailey
Mike Lenoue
Kamera: 
David Scott
Schnitt: 
Budge Tremlett
Musik: 
David Sinclair

Produktion: 
Total Performance Ltd.
Weltvertrieb: 
Jane Balfour Films Ltd.
Format: 
35 mm
Farbe

Vielleicht war er der letzte Dandy des Kinos: Donald Cammell, der vier Filme gemacht hat in knapp 30 Jahren. Vier Filme, die auch für vier Jahrzehnte stehen: Performance, in Co-Regie mit Nicolas Roeg (1968 entstanden, 1970 ins Kino gekommen), Demon Seed (1977), White of the Eye  (1987) und Wild Side (1995), von dem er nach Streit mit der Produktionsfirma seinen Namen zurückzog. Filme, in denen sich Kunst und Genre, Mainstream und Underground mischen, Filme, die schillern und oszillieren: zwischen männlich und weiblich, gut und böse, wahnsinnig und normal, Filme voller Masken, die entlarven. Es heißt, Cammell sei bei all den Querelen mit den Produzenten von Wild Side bewaffnet gewesen. Bekannte fürchteten gar einen Amoklauf. Doch Cammell hatte da wohl schon seinen Selbstmord geplant, Leben, Liebe, Kino, Kunst. Ein Mann zwischen  Ambition und Ambiguität. Marginal und doch die Zentren treffend. Eine starke charismatische Persönlichkeit, auch in der Verzweiflung. (Hans Schifferle)
Cammell hatte immer wieder haarsträubende Konfrontationen mit Produzenten, die seinen lyrischen Montagestil und seine bizarren Effekte für "nicht marktgerecht" hielten. Auch die Zusammenarbeit mit Marlon Brando an dem nie fertiggestellten Film Fan-Tan endete mit einer Enttäuschung. In der Dokumentation treten viele Freunde auf, mit denen Cammell die swinging sixties und die liberalen 70er verbrachte, darunter Mick Jagger und Kenneth Anger. 1996 schoß sich Cammell eine Kugel durch den Kopf - ein Spiegelbild der bizarren Schlußszene von  Performance. (Pauline Kleijer)