CRONICAMENTE INVIAVEL

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CRONICAMENTE INVIAVEL

CHRONICALLY UNFEASIBLE

Sergio Bianchi
Brasilien, 2000
Spielfilme, 101min,

CRONICAMENTE INVIAVEL

Sergio Bianchi
Brasilien, 2000
Spielfilme, 101min,

Mit: 
Cecil Thiré
Luis
Betty Gofman
Maria Alice
Daniel Dantas
Carlos
Umberto Magnani
Alfredo
Drehbuch: 
Gustave Steinberg
Sergio Bianchi
Ton: 
Heron Allencar
Miriam Biderman
Kamera: 
Marcelo Coutinho
Antônio Penido
Schnitt: 
Paulo Sacramento
Musik: 
Tom Jobim
Arrigo Barnabe
Helena Meirelles
Carlos Lyra
Kostüm: 
Beatriz Bianco
Luiza Marcier

Produktion: 
Agravo Producoes Cinematográficas
Weltvertrieb: 
Grupo Novo de Cinema e TV
Format: 
35 mm
Farbe

Mit Hilfe von fiktiven Situationen einerseits und fast dokumentarischen Sequenzen andererseits zeichnet der Film ein kritisches Bild des heutigen Brasilien. Im Mittelpunkt stehen sechs Figuren, die die Vielfalt dieser von scharfen Gegensätzen und Gewalt geprägten Gesellschaft  repräsentieren: Luis, der Besitzer eines Restaurants in Sao Paulo, ist ungefähr 50 Jahre alt; Adam, Sohn polnischer Einwanderer, arbeitet bei Luis als Kellner; Amanda ist die junge, attraktive Geschäftsführerin; Maria Alice und ihr Ehemann Carlos sind Gäste des Restaurants. Beide sind bürgerlicher Herkunft, sehen jedoch die Probleme Brasilien völlig unterschiedlich. Während Maria Alice zwischen Überheblichkeit und Mitleid schwankt, erweist sich ihr Mann als perfektes Beispiel eines paternalistischen Zynikers. Der Werdegang Alfredos schließlich, der als Schriftsteller
im reifen Alter das Land bereist und die verschiedenen Formen sozialer Unterdrückung beschreibt, bildet zu all diesen Geschichten einen Kontrapunkt.
In kleinen, bissigen Szenen zeigt Sergio Bianchi, was im heutigen Brasilien untragbar ist, vom Nord-Süd-Gefälle über den gewöhnlichen Rassismus und die Polizeigewalt bis zur Verdrängung des Elends. Als Störfaktor der Festlichkeiten zum 500. Jahrestag der Entdeckung Brasiliens hinterlässt der Film einen nachhaltigen Eindruck. (Frederic Mermoud)
Ich wollte einen Film über die brasilianische Identität drehen. Ich wollte vermeiden, was bereits alle anderen machen, nämlich europäische oder amerikanische Produktionen kopieren, in der stets vergeblichen Hoffnung, einen raschen Erfolg zu verbuchen. Die Situationen im Film entsprechen Erfahrungen, die mein Co-Autor oder ich gemacht haben. In erster Linie lag mir jedoch daran, den totalen Mangel an Solidarität zu beschreiben, diesen eigentlichen Riss, der sich, wie ich täglich feststelle, durch die menschlichen Beziehungen zieht. (Sergio Bianchi)