AO NO TO

V'00

AO NO TO

BLUE TOWER

Katsumi Sakaguchi
J, 2000
Spielfilme, 146min,

AO NO TO

Katsumi Sakaguchi
J, 2000
Spielfilme, 146min,

Mit: 
Yusuke Nakamura
Toru
Masako Sawa
Mutter
Misa Maezawa
Midori
Drehbuch: 
Katsumi Sakaguchi
Ton: 
Masatoshi Noguchi
Kamera: 
Takashi Hasegawa
Schnitt: 
Katsumi Sakaguchi
Musik: 
Yusuke Nakamura
Ausstattung: 
Oteru Shimizu

Produktion: 
Zettai Reido Film
Weltvertrieb: 
Zettai Reido Film
Format: 
35 mm
Farbe

Ein in jüngster Zeit in Japan verstärkt auftretendes soziales Problem, das vor allem bei jungen Männern zu beobachten ist, ist das sogenannte hikikomori. Die typische Ausprägung dieses Phänomens ist ein junger Mann, der jeglichen direkten Kontakt mit der Gesellschaft vermeidet und sich aus freien Stücken völlig isoliert. Er verbringt seine Tage zu Hause, hauptsächlich in seinem eigenen Zimmer. Schätzungen zufolge beträgt die Zahl der Jugendlichen mit hikikomori fast eine Million. Der Film erzählt die Geschichte eines jungen Mannes in den Fängen des hikikomori als episches Poem, das den inneren Aufruhr des isolierten Jugendlichen und sein Erwachen zur Unabhängigkeit schildert. Der 19-jährige Toru lebt mit seiner Mutter zusammen und schließt sich in sein Zimmer ein. Er trauert um seine Schwester, die bei einem Unfall ums Leben gekommen ist. Seine Zeit verbringt er damit, seine Sammlung von Wasserflöhen durch das Mikroskop zu beobachten. Eines Nachts rettet er Midori, ein Mädchen, das vergewaltigt und auf einem Boot ausgesetzt wurde. Das Mädchen ist, ebenso wie Toru, auf der Suche nach sich selbst. Manchmal verkauft sie ihren Körper, nicht aus Notwendigkeit, sondern um herauszufinden, wer sie ist. Diese beiden angeknacksten Seelen treffen einander auf dem nächtlichen Kanal. Midori erinnert Toru an seine tote Schwester und spielt nun eine wichtige Rolle in der Kommunikation zwischen Toru und seiner Mutter. Die Beziehung zwischen den beiden verändert sich durch Midoris Auftauchen schlagartig.
Ich drehte diesen Film mit Laien. Der Darsteller des Toru ist selbst seit seinem zehnten Lebensjahr Opfer des hikikomori. Als Mutter wählte ich eine Frau, deren Sohn ebenfalls davon betroffen ist. Für diese Darsteller bedeutete die Arbeit an dem Film eine Auseinandersetzung mit dem  Problem und die Herausforderung, den Mut aufzubringen, sich aus ihren selbstgewählten psychologischen Gefängnissen zu befreien. Yusuke Nakamura, der junge Mann, hat auch die Musik zu dem Film komponiert. (Katsumi Sakaguchi)