BARIWALI

V'00

BARIWALI

LADY OF THE HOUSE, THE

Rituparno Ghosh
Indien, 1999
Spielfilme, 150min,

BARIWALI

Rituparno Ghosh
Indien, 1999
Spielfilme, 150min,

Mit: 
Banalata
Kiron Kher
Chiranjeet Chakravorty
Deepankar
Sudipta Chakravorty
Malti
Drehbuch: 
Rituparno Ghosh
Ton: 
Anup Mukherjee
Kamera: 
Vivek Shah
Schnitt: 
Arghyakamal Mitra
Musik: 
Debjyoti Mishra
Ausstattung: 
Indranil Ghosh

Produktion: 
Radical Entertainment Company
Weltvertrieb: 
Radical Entertainment Company
Format: 
35 mm
Farbe

«Parallel Cinema» wird das nüchterne, realistischere und in Indien weniger erfolgreiche Kino genannt, dessen Zentrum Kalkutta ist. Es steht in der Tradition der großen bengalischen Erzähler wie des berühmten Satyajit Ray. Dieser Richtung gehört Bariwali von Rituparno Ghosh an. Die Filmerzählung ist hier eingebettet in eine äußere Handlung, die die Macht des Kinos in Indien - und die problematische Situation des «Parallel Cinema» reflektiert: Ein Regisseur entdeckt ein herrliches, altes bengalisches Landhaus, in dem er unbedingt seinen Film drehen will. Doch bevor er die Villa als Kulisse nutzen kann, muß er die Besitzerin, eine vom Leben enttäuschte Frau in mittleren Jahren, dazu bringen, ihm die Dreharbeiten zu erlauben. Sie verfällt seinem Charme. Doch die Hoffnungen, die sie in den Mann setzt, der die Tristesse ihres Lebens beenden soll, werden enttäuscht. So wird die Dame des Hauses Opfer der indischen Film-Traumwelt, einer Traumwelt, die von skrupellosen Magiern der Gefühle fabriziert wird. (Matthias R. Entreß)
Mein Film handelt von Ausbeutung. Nicht wie sie in der Politik oder im größeren soziologischen Zusammenhang verstanden wird, sondern von den spezifischen Formen der Ausbeutung, die wir als Filmemacher ungestraft an Individuen verüben können. Die Distanzhaltung, die der kreative Impuls nun einmal zu verlangen scheint, bringt eine Entwertung der menschlichen Beziehungen mit sich. Der Umstand, dass der Ausbeutende in diesem Film ein Mann ist, die Ausgebeuteten aber zwei Frauen, ist, soweit ich sehe, Zufall. Die Angelegenheit ist hier nicht geschlechtsspezifisch, sie betrifft vielmehr die universelle Ungeschütztheit vor den räuberischen Instinkten kreativer Personen. Eine Figur, die sich menschlich verhält, ist der junge Ausstatter; doch auch er muss sich zwangsläufig beugen und verliert seine unschuldige Begeisterung. Mich beschäftigt diese Frage. Ich möchte dieses Thema erkunden, denn ich bin nicht völlig sicher, wo ich in dieser Sache stehe. (Rituparno Ghosh)