CLOSE-UP LONG SHOT

V'97

CLOSE-UP LONG SHOT

Mahmoud Chokrollahi/Moslem Mansouri
F, 1996
Dokumentarfilme, 44min, OmeU

CLOSE-UP LONG SHOT

Mahmoud Chokrollahi/Moslem Mansouri
F, 1996
Dokumentarfilme, 44min, OmeU

Ton: 
Bahman Heidari
Kamera: 
Farzin Khosrowshahi
Schnitt: 
Nasrollah Sheibani
Musik: 
Shahrokh Khadjenouri
Produktion: 
Play Film
Weltvertrieb: 
Play Film
Format: 
Video (Betacam SP)
Farbe

In Close-Up Long Shot wird die Lebensgeschichte von Hossein Sabzian thematisiert, jenem Mann, der sich einmal als Mohsen Makhmalbaf ausgegeben hatte und dies für Abbas Kiarostamis Film Close Up nachgespielt hat. Sabzian vermittelt uns seine Passion für den Film und seine Vorstellung von der Siebten Kunst. Er beschreibt, wie sich sein Leben nach den Dreharbeiten zu Close Up verändert hat. Er redet über seinen sozialen Status, seine Wünsche und Ängste wie eine Art Spiegel, in dem sich normale Menschen und Kinogänger wiedererkennen können. Close-Up Long Shot besteht aus einer Reihe von Gesprächen und Interviews mit Menschen, die Sabzian kennen. Die Struktur des Films ist vergleichbar mit einer Pyramide sich steigernder Gefühle, sich überlagernder Stimmen. Mein Vater nahm meine Hand und legte sie in die des Kinos. Mein Vater ließ später meine Hand los, das Kino jedoch nie mehr. Also ergriff ich die Hand, schüttelte sie und sagte zum ersten Mal "Salaam Cinema". Eines Tages gab mir meine Mutter etwas Geld, um Benzin zu kaufen. Ich versteckte den Kanister im Badezimmer und rannte ins Kino, um mir The Gates of Hell anzusehen. Während der ersten Vorstellung war ich komplett vom Film absorbiert, danach spielte sich in meinem Kopf jedoch ein anderer Film ab, in dem mein Vater mich ganz furchtbar verprügelte. Der Terror dieser Vorstellung erfüllte mich derart, daß ich an meinen Sitz geschmiedet sitzen blieb. Ich blieb bis nach der letzten Vorführung. Als die Zuschauer das Kino verließen, versteckte ich mich auf der Toilette. Wieder zurück im Saal, schlief ich in einem Kinosessel ein. (Hossein Sabzian)