ANGER ME

V'06

ANGER ME

Elio Gelmini
CAN/USA, 2006
Dokumentarfilme, 72min, eOF

ANGER ME

Elio Gelmini
CAN/USA, 2006
Dokumentarfilme, 72min, eOF

Mit: 
Kenneth Anger
Jonas Mekas
Drehbuch: 
Carlo Vitali
Ton: 
Carlo Vitali
Kamera: 
J. P. Locherer
Schnitt: 
Carlo Vitali
Elio Gelmini
Dennis Day
Musik: 
Bobby Beausoleil
Steven Brown
Nikolas Klau
Tuxedomoon
Trevor Tureski
Richard Sacks

Produktion: 
A Few Steps Production 2A Greenlaw Avenue Toronto, Ontario M6H3V5, Kanada T 416 651 42 28 afewstepsproduction@sympatico.ca
Weltvertrieb: 
A Few Steps Production 2A Greenlaw Avenue Toronto, Ontario M6H3V5, Kanada T 416 651 42 28 afewstepsproduction@sympatico.ca
Format: 
Video (Digi Beta)
Farbe und Schwarz/Weiß

Anger Me ist das eindrucksvolle dokumentarische Porträt eines der wohl prägendsten Filmemachers unserer Zeit, dessen Bedeutung weit über den so genannten experimentellen Film hinaus reicht. Kenneth Anger, filmischer Vordenker, Autor und Pionier, ist eine der größten Persönlichkeiten der Underground-Kunstszene der 60er und 70er Jahre. Elio Gelmini geht in seinem Dokumentarfilm dem Schaffen Angers - und somit dem Wesen des Kinos überhaupt - auf die Spur. Mit elf Jahren begann Kenneth Anglemyer, 1927 in Santa Monica geboren, zu filmen. Der Durchbruch in der Off-Szene kam 1949. Die hatte damals in Frankreich ihr Hauptquartier und speiste ihr Selbstgefühl aus einer proklamierten gesellschaftlichen Ächtung. Eine wichtige Plattform hieß Festival du Film Maudit - Festival des verfluchten Films, wobei «verflucht» metaphysisch gemeint war. Das Werk, das Anger dort einreichte, hieß Fireworks , gedreht zwei Jahre zuvor, als die Eltern übers Wochenende verreist waren: ein Meilenstein. Ähnliches ließe sich sagen über Scorpio Rising (1963), der wichtig war für die Stones und Lynchs Blue Velvet und dessen Schnitttechnik die MTV-Ästhetik um Jahre vorwegnimmt. Oder Invocation of my Demon Brother (1969), bei dem Jagger, aus Dank für seinen diabolischen Hit, den Synthesizer bedient und den Fassbinder vor den Arbeiten an Querelle gesehen hat. Oder Inauguration of the Pleasure Dome (1954), an dem Scorsese gelernt hat, wie man Filmbildern mit Filmmusik widerspricht. Alles Monumente. (Benno Schirrmeister)