23

V'98

23

Hans-Christian Schmid
D, 1998
Spielfilme, 99min,

23

Hans-Christian Schmid
D, 1998
Spielfilme, 99min,

Mit: 
August Diehl
Karl Koch
Fabian Busch
David
Dieter Landuris
Pepe
Drehbuch: 
Hans-Christian Schmid
Michael Gutmann
Ton: 
William Franck
Kamera: 
Klaus Eichhammer
Schnitt: 
Norbert Jürgen Schneider
Musik: 
Hansjörg Weißbrich
Ausstattung: 
Ingrid Henn
Kostüm: 
Peri de Braganca

Produktion: 
Claussen + Wöbke Filmproduktion
Weltvertrieb: 
Bavaria Film International GmbH
Verleih in Österreich: 
Buena Vista (Austria)
Format: 
35 mm
Farbe

 

Vom Erwachsenwerden und den Konflikten mit der Familie und der Gesellschaft, in der er lebt, handelt die Geschichte von Karl Koch. Er ist Atomkraftgegner und Idealist und in ständigem Streit mit seinem autoritären Vater. Für Karl ist die Welt in höchster Unordnung, und auf der Suche nach den Hintergründen von Verlogenheit und politischen Mechanismen stößt er auf die ihn faszinierende Theorie der Illuminaten-Verschwörung, woraufhin er dem fiktiven Rebellen des Kultromans Illuminatus! nacheifert. Karls Misstrauen, seine Verunsicherung und seine Sinnfragen sind atmosphärisch so genau und spannend inszeniert, dass man wie mit einem Sog hineingezogen wird und sich selbst bei den gleichen berechtigten Zweifeln am Zustand der Welt ertappt.

Schmids und Gutmanns Story ist eine aufregende, sinnliche Kinogeschichte in suggestiven Bildern. Computer spielen eine entscheidende Rolle, denn Karl vergräbt sich in die digitale Welt der Elektronik und entwickelt schon bald ein außergewöhnliches Hacker-Talent, mit dem er die Passwörter und Geheimcodes großer Industrieunternehmen knackt. Ein Freund, den er im Computerclub kennengelernt hat, ist sein vertraut verlässlicher Mit-Hacker. Das Interesse des KGB lässt nicht lange auf sich warten. "Nichts ist so, wie es scheint" - dieser Slogan passt nahtlos auf jeden Hitchcock-Film oder einen Politthriller, 23 lässt sich weder in die eine noch die andere Kategorie ordnen, hat von beiden etwas und noch vieles mehr, was Schmid erneut als originellen Filmemacher mit höchst eigener Handschrift ausweist. 23 ist ein wunderbar menschlicher Film, der im Grunde von uns allen handelt. Von echten Menschen, die nicht eindimensional funktionieren, sondern vielschichtig und oft unberechenbar. Und davon, dass die Zeit für Idealismus vorbei sein wird, wenn wir nicht aufpassen. (Frauke Hanck)