VILLE LOUVRE

V' 99

LA VILLE LOUVRE

Nicolas Philibert
F, 1990
Dokumentarfilme, 85min,

LA VILLE LOUVRE

Nicolas Philibert
F, 1990
Dokumentarfilme, 85min,

Drehbuch: 
Nicolas Philibert
Ton: 
Jean Umansky
Kamera: 
Frederic Labourosse
Richard Copans
Eric Plttard
Schnitt: 
Marie Quinten
Musik: 
Philippe Hersaut

Produktion: 
Les Films d'lci
Weltvertrieb: 
Europe Images International
Format: 
35 mm
Farbe

Dies ist eine witzige und mit leichter Hand gedrehte Erforschung dessen, was hinter den Kulissen einer riesigen Institution vor sich geht. Von den Restaurierungswerkstätten bis zu den technischen Kontrollräumen, von den Malerstudios bis zu den Umkleideräumen der Angestellten, tauchen wir ein in das "tägliche Leben" eines der größten Museen der Welt. Neue Galerien werden eröffnet, neue Kunstwerke aufgehängt, Feuerlöscher werden getestet und neue Uniformen werden probiert, bevor sich das Museum auf ein neues Jahr des Touristenansturms vorbereitet. Im inneren
Heiligtum schwingen gewaltige Marmorköpfe durch die Luft, und Kuratoren beraten über die Plazierung unbezahlbarer Kunstwerke, so wie wir uns überlegen, welche Drucke wir wo auf unseren Wohnzimmerwänden aufhängen. Als Dokumentarfilm ist La ville Louvre von einer wundervollen Beobachtungsgabe. Ohne sich auf eine Erzählung oder einen erklärenden Text zu verlassen, stürzt sich der Film in die Mysterien der Konservierung von Kunst. Die Kamera fährt durch labyrinthartige Gänge und beobachtet das Entrollen riesiger Leinwände, oder sie schaut einem Restaurator über die Schulter, der den Rahmen eines Renaissancegemäldes mit federleichten Tupfen von Goldfarbe bearbeitet. Man kann gar nicht anders, als von der fast spürbaren Unmittelbarkeit und Hellsicht des Films begeistert zu sein. (Kay Armatage)
Ich habe gar nicht erst versucht, unsichtbar zu erscheinen, aber wir haben natürlich alles getan, um die Leute nicht bei der Arbeit zu stören. Wir waren nur zu viert und haben mit einem großen Objektiv und mit hypersensiblem Filmmaterial gearbeitet, also ohne Scheinwerfer. Ich glaube auch, daß die Banalisierung der Bilder, die Allgegenwärtigkeit von Kameras in unserem Leben mitgeholfen haben, daß sich die Leute nicht gestört gefühlt haben. (Nicolas Philibert)