TALAYE SORGH

V'03

TALAYE SORGH

CRIMSON GOLD

Jafar Panahi
Iran, 2003
Spielfilme, 97min, OmdU

TALAYE SORGH

Jafar Panahi
Iran, 2003
Spielfilme, 97min, OmdU

Mit: 
Hussein Emadeddin
Hussein
Kamyar Sheissi
Ali
Azita Rayeji
Braut
Pourang Nakhayi
Pourang
Shahram Vaziri
Juwelier
Drehbuch: 
Abbas Kiarostami
Ton: 
Laurent Bailly
Massoud Behnam
Kamera: 
Hossain Jafarian
Schnitt: 
Jafar Panahi
Musik: 
Peyman Yazdanian
Ausstattung: 
Iraj Raminfar

Produktion: 
Jafar Panahi Film Productions 3 Vozara Street 37th Street 2nd Floor Teheran, Iran jafarpanahi@yahoo.com
Weltvertrieb: 
Celluloid Dreams 2 rue Turgot 75009 Paris, Frankreich T 1 49 70 03 70 info@celluloid-dreams.com
Verleih in Österreich: 
Stadtkino Filmverleih Spittelberggasse 3 1070 Wien T 1 522 48 14 Stadtkino@nextra.at
Format: 
35 mm
Farbe

Ausgehend von einer Zeitungsmeldung über den Mord eines Pizzafahrers an einem Juwelier und seiner anschließenden Selbsttötung, von der ihm der befreundete Regisseur Abbas Kiarostami berichtet hatte, entwirft Panahi das Porträt eines kleinen Mannes, der an seiner Armut und den damit verbundenen Demütigungen zu Grunde geht. Seine Hauptfigur ist ein stolzer Mensch, der immer wieder hinter die Türen der Reichen blickt, die in den Bergen über der Stadt in ihren Villen ein unvorstellbar luxuriöses Leben führen. Aber es ist nicht der Neid, der Hussein zu seiner Tat treibt, sondern die vielen kleinen Demütigungen, die einem Mann aus der Unterschicht wie ihm Tag für Tag im täglichen Überlebenskampf in Teheran zugefügt werden. Eines Abends beispielsweise verwehren ihm Religionswächter des Mullahregimes, die wegen einer westlich ausgerichteten Party eine Razzia durchführen, den Zugang zu einem Wohnhaus, obwohl Hussein zu einer ganz anderen Wohnung in diesem Haus möchte. In einer anrührenden menschlichen Geste verteilt er seine Pizza an die Polizisten und Wartenden. Hussein gibt sich alle Mühe, ein anderer zu werden seiner Freundin will er zur Verlobung ein teures Collier schenken. Obwohl er sich für dieses Ereignis herausgeputzt hat und ihm kein Geld zu schade ist, um wenigstens einmal seine Herkunft vergessen zu können, macht ihm der Juwelier, sein späteres Opfer, klar, dass er als Kunde unerwünscht ist. Nach jedem dieser kleinen Nadelstiche zieht sich der stolze Mann mehr in sich zurück, schwindet sein Selbstwertgefühl. Jafar Panahi arbeitet auch in Talaye sorgh wieder mit Laiendarstellern, verzichtet auf jeden Ästhetizismus, der von der Komplexität seiner Figuren ablenken könnte. Mit einfachen filmischen Mitteln begibt sich Panahi auf Wahrheitssuche. Ohne sich zum Richter oder politischen Botschafter aufzuschwingen, ist Panahi mit seinen Filmen dadurch zu einem der wichtigsten Zeitzeugen in seinem Land geworden. (Martin Rosefeldt)