SAMIA

V'00

SAMIA

Philippe Faucon
F, 2000
Spielfilme, 70min,

SAMIA

Philippe Faucon
F, 2000
Spielfilme, 70min,

Mit: 
Lynda Benahouda
Samia
Mohamed Chaouch
Yacine
Kheira Oualhaci
Die Mutter
Lakhdar Smati
Der Vater
Drehbuch: 
Philippe Faucon
Soraya Nini (nach dem Roman 'Ils disent que je suis une beurette' von Soraya Nini)
Ton: 
Laurent Lafran
Kamera: 
Jacques Loiseleux
Schnitt: 
Sophie Mandonet
Nasser Amri
Ausstattung: 
Francoise Clavel
Kostüm: 
Francoise Clavel

Produktion: 
Ognon Pictures
Weltvertrieb: 
Flach Pyramide International
Format: 
35 mm
Farbe

Samia ist das sechste von acht Kindern eines algerischen Ehepaares. Sie lebt mit ihrer Familie am Stadtrand von Marseille, wo das Leben von wenig Hoffnung, aber von viel Gewalt bestimmt wird. Samia leidet unter zwei Arten von Gewalt: dem sozialen Druck von außen, der in Form von Rassismus und Arbeitslosigkeit auf ihrer Familie lastet, und dem traditionellen Geschlechterverhältnis zu Hause, wo die Brüder sich als Beschützer der «Tugend» ihrer Schwestern fühlen. Die Eltern sind gefangen in einem moralischen Traditionalismus, aus dem es kein Entrinnen gibt. Die erste, die das zu spüren bekommt, ist Samias ältere Schwester Amel: Sie bezahlt teuer dafür, dass sie sich mit einem Jungen trifft, der nicht aus der gleichen Kultur stammt wie sie. Auf dem Weg zum Erwachsensein wird auch Samia dazu getrieben, die Regeln zu brechen und zu rebellieren - nur so kann sie eigene Entscheidungen für ihr Leben treffen.
Samias Geschichte führt uns in eine Welt, die bisher noch wenige Filme erforscht haben: die Welt maghrebinischer Familien in Frankreich mit ihren Codes, Regeln und Tabus und mit ihren warmen, starken Familienmechanismen, die manchmal auch starr und unterdrückend werden können. Wenn die «Außenwelt» als aggressiv und feindlich empfunden wird, werden die Schotten dicht gemacht. In dieser Geschichte ist der Rassismus wechselseitig und fast so etwas wie ein verbindendes Element. Die Frauen werden hier zu Spielbällen dieser Rivalitäten und gegenseitigen  Zurückweisungen. Sie dienen der männlichen «Macht» und «Überlegenheit» als letzte Außenposten. (Soraya Nini und Philippe Faucon)