PLUS QU'HIER, MOINS QUE DEMAIN

V'99

PLUS QU'HIER, MOINS QUE DEMAIN

MORE THAN YESTERDAY, LESS THAN TOMORROW

Laurent Achard
F, 1998
Spielfilme, 86min,

PLUS QU'HIER, MOINS QUE DEMAIN

Laurent Achard
F, 1998
Spielfilme, 86min,

Mit: 
Martin Milhelich
Julien
Laetitia Legrix
Frangoise
Mireille Roussel
Sonia
Drehbuch: 
Laurent Achard
Ricardo Munoz
Ton: 
Eric Rophé
Kamera: 
Philippe Van Leeuw
Schnitt: 
Josiane Zardoya
Ausstattung: 
Eric Barboza

Produktion: 
Movimento Production
Weltvertrieb: 
Fortissimo Film Sales
Format: 
35 mm
Farbe

Jeden Tag sehnt sich die sechzehnjährige Frangoise mehr danach, wo anders zu sein, jeden Tag fühlt sie sich entfernter von den Menschen um sie herum. Und sie weiß, daß das nicht vorübergehend ist, daß es jeden Tag ein bißchen schlimmer wird. Sie ist umgeben von einem trunksüchtigen, weitgehend untätigen Vater, einem jüngeren Bruder, der nicht will, daß sie geht, und von einer überaus dominanten Mutter. Wann immer sie anwesend ist, wagt niemand anderer, den Mund aufzumachen. Solcherart in den Schoß ihrer Familie eingebettet, ist Frangoise außerdem gesegnet mit einem Freund, unter dessen Haut ein gewaltiges Aggressionspotential schlummert und der auch nicht will, daß sie fortgeht. Eine Anzahl anderer Jugendlicher wiederum kann sich nicht damit anfreunden, daß die Familie einen nordafrikanischen Gärtner hat. Um das Maß voll zu machen, taucht auch noch Francoises psychisch instabile ältere Schwester Sonia auf. Die Lunte brennt.
Laurent Achard webt ein dichtes Netz der kleinstädtischen Intoleranz, in dem sowohl die einzelnen als auch die Gruppen gefangen sind. Schrittweise beginnt all das überzukochen - ein bißchen mehr als gestern, ein bißchen weniger als morgen. In Plus
qu' hier, moins que demain
wird der Mythos von der ruhigen Provinzstadt, in der nie etwas passiert, sanft zum Explodieren gebracht. (Kees Dijkstra)
Achard erzählt seine Geschichte in einem betont kontrollierten visuellen Stil, der die melodramatischen Elemente der Geschichte mit einfühlsamer Kameraarbeit einfängt. Mit seinem ersten Langfilm setzt Achard seine Reflexion über die Familie fort, die er in seinen Kurzfilmen begonnen hatte: Wie können wir unsere eigene Zukunft mit der unserer "Lieben" verknüpfen, während wir eigentlich das tun wollen, was wir im tiefsten Inneren sind? (Gerwin Tamsma)