PETIT VOLEUR

V'99

LE PETIT VOLEUR

LITTLE THIEF, THE

Erick Zonca
F, 1999
Spielfilme, 65min,

LE PETIT VOLEUR

Erick Zonca
F, 1999
Spielfilme, 65min,

Mit: 
Nicolas Devauchelle
S.
Yann Tregouet
Barruet
Martial Bezot
Chacal
Drehbuch: 
Erick Zonca
Virginie Wagon
Ton: 
Jean-Jacques Ferran
Kamera: 
Pierre Millon
Schnitt: 
Jean-Robert Thomann
Ausstattung: 
Kristina Zonca
Kostüm: 
Cécile Berges

Produktion: 
Agat Films & Cie
Weltvertrieb: 
Mercure Distribution
Verleih in Österreich: 
Polyfilm Verleih
Format: 
35 mm
Farbe

Schlicht ein Meisterwerk ist der zweite Langfilm von Erick Zonca, Le petit voleur, eigentlich ein tür Arte produzierter TV-Film: Der Regisseur, im Vorjahr in Cannes gleich mit La vie revee des anges im Wettbewerb gelandet, festigt seinen Ruf als  Ausnahmeerscheinung. In gerade 65 kargen Minuten skizziert er Talfahrt, Läuterung und Sprachlosigkeit eines jungen Kriminellen zwischen Orleans und den Arbeitersiedlungen von Marseiile als kinematographische Short Story, in der jede Geste, jede Bewegung mehr Hochspannung vermitteln als die meisten Thriller. Die Menschen raffen alles an sich in Zoncas Welt, und es rafft sie hinweg, wenn sie in ihrer Gier unsicher werden. (Claus Philipp)
S. verliert seinen Job als Bäckerlehrling in Orleans, den er ohnehin gehaßt hat. Einer Freundin gegenüber prahlt er, nie mehr solch eine banale Arbeit verrichten zu wollen. Als sie ihn bei sich übernachten läßt, stiehlt er ihr Geld. Er schließt sich einer Gruppe
junger Diebe an, die im Boxclub herumhängt und sich mit Einbrüchen und anderen kleineren Delikten die Zeit vertreibt. S, ist nicht halb so tough, wie er gerne glaubt; bereitwillig führt er die Befehle anderer aus und putzt schon einmal für die Großmutter
seines Anführers deren Haus. Das bringt ihm Vertrauen ein, aber er ist vielleicht allzu bereit, Anerkennung gewinnen zu wollen, während ihm die Reife fehlt, unter Druck richtige Entscheidungen zu treffen. Es bedarf nur einiger weniger schicksalsträchtiger
Wendungen, und seine großen Hoffnungen enden im Desaster. Der Film hätte leicht zu einer moralisierenden Fabel werden können, aber Zonca enthält sich jeglichen Urteils, indem er die Ereignisse aus S.' Sicht schildert: Dessen Standpunkt ist abwechselnd
kindisch, pseudo-mac/io und dann wieder geprägt von blinder Angst. (Dennis Harvey)