PASSAGER

V'06

LE PASSAGER

Éric Caravaca
F, 2005
Spielfilme, 81min, OmeU

LE PASSAGER

Éric Caravaca
F, 2005
Spielfilme, 81min, OmeU

Mit: 
Julie Depardieu
Éric Caravaca
Vincent Rottiers
Drehbuch: 
Éric Caravaca
Laurent Perreau
Ton: 
Benoît Hillebrant
Kamera: 
Céline Bozon
Schnitt: 
Simon Jacquet
Musik: 
Grégoire Hetzel
Ausstattung: 
Patrick Durand
Kostüm: 
Valérie Saradjian

Produktion: 
Diaphana Films 155 rue du Faubourg St. Antoine 75011 Paris, Frankreich T 1 534 666 66 diaphana@diaphana.fr
Weltvertrieb: 
Celluloid Dreams 2 rue Turgot 75009 Paris, Frankreich T 1 49 70 03 70 info@celluloid-dreams.com
Format: 
35 mm
Farbe

Thomas erfährt in Marseille vom Tod seines älteren Bruders Richard, seines letzten verbliebenen Familienmitglieds. Er reist zum selten genutzten Urlaubssitz der Familie und findet ein Foto von seinem Bruder und einer Frau, auf dem ein Hotel zu sehen ist. Thomas beschließt, in diesem ein Zimmer zu nehmen und begegnet Jeanne, der Frau auf dem Bild und nunmehrigen Hotelbesitzerin, sowie dem jungen Lucas, der Richard sehr nahe stand. Thomas verschweigt seinen Namen und seine Beziehung zum Toten und beginnt sich im Hotel einzuleben. Für sein Regiedebüt befasst sich der Schauspieler Éric Caravaca mit einer Erzählung, die Ähnlichkeiten mit Patrice Chéreaus Son frère hat, in dem er ebenfalls die Rolle eines jüngeren Bruders spielte. In Le Passager baut er diesen Charakter weiter aus, indem er ihm die dunkle Dimension eines Mannes verleiht, dessen nie überwundenes Trauma ihn daran hindert, ein freier Mensch zu werden. Etwas nach vorne gebückt und schweigsam verkörpert er diesen Mann, der sich der Tatsache bewusst ist, dass sogar der Tod seines Bruders ihn nicht von seinen Beklemmungen befreien wird. Diese unterkühlte Stimmung, in der die Menschen durch ihre Erinnerungen oder durch die Tatenlosigkeit wie erstarrt scheinen, unterstreicht Caravaca mit dem Blick auf einen öden Badeort, an dem die Langweile in der Provinz mit der Architektur - leere Schwimmbäder und Hafenzone - Hand in Hand geht. In einem Brief rechtfertigt der schweigsame Richard sein schwer nachvollziehbares Verhalten durch «vollkommen mangelndes Talent zum Leben», was in ihm sogar die Vorstellung hervorruft, Thomas sei nie sein Bruder gewesen. (Julien Welter)