OUT 1: NOLI ME TANGERE (1)

V' 02

OUT 1: NOLI ME TANGERE (1)

Jacques Rivette
F, 1970
413min, OmdU

OUT 1: NOLI ME TANGERE (1)

Jacques Rivette
F, 1970
, 413min, OmdU

Mit: 
Jean-Pierre Léaud
Colin
Juliet Berto
Frédérique
Michèle Moretti
Lili
Michel Lonsdale
Thomas
Bernadette Lafont
Sarah
Bulle Ogier
Pauline/Emilie
Françoise Fabian
Lucie
Hermine Karagheuz
Marie
Marie-Paule André
eine Freundin von Nicolas
Pierre Baillot
Quentin
Gilette Barbier
Vermieterin
Jean-Pierre Bastid
Gangster
Michel Berto
Honeymoon
René Biaggi
Chaussette
Ode Bitton
Iris
Jean Bouise
Warok
Marcel Bozonnet
Arsenal/Nicolas/Papa/Théo
Michel Chanderli
Gangster
Marc Chapiteau
ein Fußballspieler
Monique Clément
Faune
Christiane Corthay
Rose
Sylvain Corthay
Achille
Pierre Cottrell
erster Pornograf
Michel Delahaye
Ethnologe
Jacques Doniol-Valcroze
Etienne
Bernard Eisenschitz
zweiter Pornograf
Patrick Hec
Léonard
André Julien
der Trödler
Louis Julien
Max
Michèle Khan
Minette
Alain Libolt
Renaud
Gérard Martin
der falsche Junggeselle
Edwine Moatti
Béatrice
Urbain Dia Moukori
Gangster
Bernadette Onfroy
Bergamotte
Jacques Prayer
Gangster
Karen Puig
Elaine
Jérôme Richard
Martin
Brigitte Rodan
Miss Blandish
Eric Rohmer
der Balzac-Experte
Lorraine Santoni
ein Mädchen mit Brille
Guillaume Schiffman
Kind in der Boutique
Mathieu Schiffman
ein Junge
Barbet Schroeder
Gian-Reto
Jean-François Stévenin
Marlon
Stéphane Tchalgadjieff
der Bote Lorenzos
Christian de Tillière
ein Nachtschwärmer
Jean-Claude Valezy
Gangster

Produktion: 
Sunchild Productions (Stéphane Tchalgadjieff)/ Les Films du Losange
Weltvertrieb: 
Verleih in Österreich: 
16 mm/Farbe

Für mich ist es ein Film, den man fest datieren kann: Frankreich, Paris, 1970. Zwei Jahre nach 1968. Da sind wir und warten ab. Jacques Rivette, November 1972 Bei Out 1 gab es kein Drehbuch, sondern nur einen mehr oder weniger skizzierten Ablauf. Wir hatten eine Liste von mitwirkenden Personen und wollten die Geschichte einer Nachforschung drehen. Was aber innerhalb der einzelnen Sequenzen gesprochen werden sollte, war völlig offen. Es geschah dann ausschließlich nach dem Prinzip: Heute drehen wir drei Szenen mit Doniol-Valcroze, eine erste Szene, in der er Michael Lonsdale trifft, eine zweite Szene, in der er Françoise Fabian trifft, und eine dritte Szene mit Juliet Berto, die ihm Briefe stiehlt. Das war alles, was man wusste. Und anschließend spielte sich alles in einer mehr oder minder wilden Improvisation ab. Jacques Rivette im Gespräch mit Wilfried Reichart in der TV-Sendung «Die Geheimnisse von Paris», WDR 1972. Die Improvisation erlaubte einem, sich während der Dreharbeiten nicht zu langweilen. Man steht vor vielen ungelösten Fragen, die man nach und nach lösen muss. Ich finde, man bewahrt eine größere Geistesfrische, ein größeres Interesse an allem, was im Laufe des Drehens geschieht. Man ist gezwungen, den Schauspielern zuzuhören da gibt es ständig Überraschungen. Diese Aspekt von Risiko und Gefahr entsprechen ungefähr dem, was beim Drehen vor sich gehen soll. Es ist ja trotz allem ein Einfangen des Unvorhergesehen, von etwas, das passiert und sich niemals wiederholen wird. Jacques Rivette im Gespräch mit Irene Wittek, «Kino 5/6», AugustOktober 1973. Damit Improvisation überhaupt möglich wird, braucht es Anhaltspunkte, Regeln, Struktur, so etwas wie ein Skelett. Sogar das Wasser hat das Bedürfnis, dirigiert zu werden braucht eine Richtung. Und da wird es interessant. Da gleicht Improvisation eben dem Lauf des Wassers: Der Fluss trifft auf ein Hindernis, das Wasser ändert seine Richtung, aber das Ziel bleibt erhalten. Der Fluss ich bleibe bei der Metapher drängt weiter in dieselbe Richtung, den die großen Kraftlinien bestimmen: Was von diesem Berg ausgegangen ist, wird in jenes Meer fließen. Jacques Rivette im Gespräch mit Karlheinz Oplustil, Norbert Grob, Fritz Göttler, Andreas Kilb, «Filmbulletin» Nr. 166, August 1989.