MI SHI BEIJING

V'07

MI SHI BEIJING

LOST IN BEIJING

Li Yu
VR China/HK, 2007
Spielfilme, 112min, OmdU

MI SHI BEIJING

Li Yu
VR China/HK, 2007
Spielfilme, 112min, OmdU

Mit: 
Tony Leung Ka-fai
Lin Dong
Fan Bing Bing
Liu Ping Guo
Tong Da Wei
An Kun
Elaine Jin
Wang Mei
Zeng Mei Hui Zhi
Xiao Mei
Drehbuch: 
Li Yu
Li Fang
Ton: 
Wang Xueyi
Kamera: 
Wang Yu
Schnitt: 
Zeng Jian
Musik: 
Peyman Yasdania
Ausstattung: 
Liu Weixin

Produktion: 
Laurel Films Room 1807, Kun Tai Int. Mansion 12b Chao Wai Street Beijing 1000020, China T 10 5879 0225 laurelfilms@yahoo.com.cn
Weltvertrieb: 
Films Distribution 20 rue Saint Augustin 75002 Paris, Frankreich T 1 53 10 33 99 info@filmsdistribution.com
Verleih in Österreich: 
Stadtkino Filmverleih Spittelberggasse 3/3 1070 Wien T 1 522 48 14 office@stadtkinowien.at
Format: 
35 mm
Farbe

Die junge Ping Guo und ihr Mann An Kun sind aus der Provinz nach Beijing gekommen, wo es bessere Jobs und Löhne gibt als daheim. Ping Guo arbeitet in einem Fußmassagesalon, An Kun als Fensterputzer für Wolkenkratzer. Nachdem Ping Guo eines Tages betrunken von ihrem Chef Lin Dong vergewaltigt wird und ihr Ehemann dies mitbekommt, beginnt er, diesen zu erpressen. Ping Guo wird schließlich schwanger, und ihr Mann vermutet, Lin Dong müsse der Vater sein. Sein Versuch, noch mehr Geld aus dem Arbeitgeber seiner Frau herauszupressen, endet mit einem fragwürdigen Deal: An Kun erhält die verlangte Geldsumme, Lin Dong und dessen Frau bekommen das Kind. Von der ersten Szene an heftet sich die DV-Kamera an die Fersen der jungen Ping Guo in der Boomtown Beijing. Die Kamera klebt förmlich an der kleinen, schmalen Frau, drängelt sich dicht hinter ihrem Rücken, folgt ihr auf Schritt und Tritt. Keine Zeit für erlesene Bildkompositionen. Ping Guo und An Kun, das Mädchen mit dem Porzellangesicht und der Analphabet mit dem schlichten, leicht reizbaren Gemüt: ein Paar, wie es sie zu Abertausenden in Beijing gibt, erschöpfte, unsichere Existenzen, Migranten in der Megacity, chinesisches Prekariat. Die Kamera versetzt den Zuschauer in die gleiche prekäre Situation, mit Reißschwenks, fahrigen Zooms, gezielten Unschärfen - und taumelnder Optik, wenn die beiden zu viel Bier oder Reisschnaps getrunken haben. Zuletzt sitzen die Frauen am Babybett, jede für sich einsam und unglücklich - ein kurzer, trauriger Moment der Ruhe. Vor den Fenstern erstreckt sich das Chaos der Großstadt, mit kilometerlangen Autostaus, regenbogenfarbenen Neonlichtern, schmutzigen Gassen und den billigen Vergnügungen einer verspäteten, atemlosen Moderne. Nahaufnahme und Totale: Beijing im Zeitraffer. (Christiane Peitz)