MEN

V'04

THE MEN

Fred Zinneman
USA, 1950
Spielfilme, 85min, OF

THE MEN

Fred Zinneman
USA, 1950
Spielfilme, 85min, OF

Mit: 
Marlon Brando
Ken Wilcheck
Teresa Wright
Ellen
Everett Sloane
Dr. Eugene Brock
Jack Webb
Norm Butler
Richard Erdman
Leo Doolin
Arthur Jurado
Angel Lopez
Drehbuch: 
Carl Foreman
Ton: 
Jean L. Speak
Kamera: 
Robert De Grasse
Schnitt: 
Harry W. Gerstad
Musik: 
Dimitri Tiomkin
Ausstattung: 
Edward G. Boyle

Produktion: 
Stanley Kramer Productions
Weltvertrieb: 
Paramount 5555 Melrose Ave. CA 90038, Los Angeles, USA T 213 956 55 18
Format: 
35 mm
Schwarz/Weiß

The Men ist Brandos erster großer Film, vor seinem Durchbruch zum Star und zugleich eine seiner schönsten, enthusiastischsten und ehrlichsten Arbeiten. Zinnemann drehte wenige Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs einen Film mit Kriegsversehrten, seelisch und körperlich verkrüppelten Opfern des großen Schlachtens unter ihnen Brando als Schauspieler im Rollstuhl. Ein großer, unterschätzter, politischer Film, den der Korea-Krieg schnell aus den amerikanischen Kinosälen vertrieben hatte. Drei Minuten Filmzeit dauert Marlon Brandos konventionelle Kinokarriere, dann fängt etwas ganz Neues an. Soeben hat er als Lieutenant Wilcheck noch ein Platoon angeführt, da liegt er auf dem Rücken, getroffen von der Kugel eines Heckenschützen. Fred Zinnemans The Men beginnt als Kriegsfilm, doch unversehens leitet die Voice-over-Stimme Brandos zu dem Problem, das von nun an den ganzen Film hindurch verhandelt wird: Erst hat Wilocek Angst zu sterben. Jetzt hat er Angst zu leben. The Men erzählt von einem Mann, der sich nicht mehr als Mann fühlt, weil er sein Mann-Sein zuvor sehr eng definiert hat. Nun liegt Ken Wilocek im Bett und spürt von der Hüfte abwärts nichts mehr. Dieses Schicksal teilt er mit anderen Veteranen der Army, die ihr Los meistern oder auch nicht. Brando ist ein Trägheitsmoment des Geschehens, solange er seine Blockade aufrechterhält. Doch wenn ihn die Wut packt, sieht man pure Energie. Was viele seiner späteren Filme ausmacht: willkürlich angetane Gewalt, Verletzungen und Verstümmelungen, physischer Ausdruck seiner rebellischen Haltung, ist hier schon auf die Spitze getrieben. (Thomas Meder)