MARTHA... MARTHA

V'01

MARTHA... MARTHA

Sandrine Veysset
Frankreich, 2000
Spielfilme, 97min, OmdU

MARTHA... MARTHA

Sandrine Veysset
Frankreich, 2000
Spielfilme, 97min, OmdU

Mit: 
Valérie Donzelli
Martha
Yann Goven
Raymond
Lucie Régnier
Lise
Lydia Andrei
Marie
Séverine Vincent
Michèle
Javier Cruz
Juan
Pierre Pezon
Monsieur Lambert
Drehbuch: 
Sebastian Régnier
Sandrine Veysset
Ton: 
Francoise Morel
Kamera: 
Hélène Louvart
Schnitt: 
Nelly Quettier
Ausstattung: 
Thomas Peckre
Kostüm: 
Nathalie Raoul

Produktion: 
Ognon Pictures 14 rue Montmartre 75001 Paris, Frankreich T 1 40 26 56 08 ognon@free.fr
Weltvertrieb: 
Flach Pyramide International 5 rue Richepanse 75009 Paris, Frankreich T 1 42 96 01 01 elagesse@cybercable.fr
Verleih in Österreich: 
Polyfilm Verleih Margaretenstraße 78 1050 Wien T 1 581 39 00 20 polyfilm@polyfilm.at
Format: 
35 mm
Farbe
35 mm/1:1,66/Farbe

Martha, Raymond und ihre gemeinsame Tochter Lise leben ganz für sich. In ihrer tiefen Armut halten sie fest zusammen. Als Ereignisse aus der schmerzlichen Vergangenheit der Mutter an die Oberfläche dringen, bricht die kleine Familie auseinander. Diese Arbeit Sandrine Veyssets ist eine geradlinige Weiterführung ihrer ersten beiden Filme Y ' aura-t-il de la neige à Noël? und Victor... pendant qu ' il est trop tard . Sie zeigt eine sowohl heitere als auch harte Kindheit voller Zärtlichkeit, die von den Erschütterungen in der Welt der Erwachsenen geprägt ist. Martha... Martha ist auch das anrührende Porträt eines am Rande der Gesellschaft lebenden Elternpaares: Martha, eine junge Frau auf des Messers Schneide, ohne Haut auf der Seele und von vielen Verletzungen geschunden, über die man nicht viel erfährt (der Tod eines Bruders? Eine Mutter, derer man sich schämt?); Raymond, ein zärtlich liebender und aufmerksamer Vater, bereit, mit der Kraft der Verzweiflung immer wieder von vorn anzufangen. Sandrine Veysset folgt ihnen in ihrem schwierigen Alltag, einzeln oder zusammen, wenn sie mehr recht als schlecht die Risse in ihrer Liebe kitten, auch wenn schließlich alles in unsäglicher Verzweiflung endet. Der Film hätte leicht ins Oberflächliche abgleiten können. Sandrine Veysset jedoch transzendiert ihre Erzählung durch eine inspirierte Inszenierung, die von poetischer Strenge getragen wird. Jede Aufnahme wird so zu einer Ode an die Schönheit der Gesichter und der Natur. Im letzten, dem zweifellos stärksten Teil des Films, versuchen die drei, sich in einem verlassenen Haus einzurichten, das mitten in einem unheimlichen Zauberwald steht. Es wird jedoch zum Ort der Tränen und der nächtlichen Erscheinungen. Seine äußerliche Harmonie verstärkt das Übel nur noch, anstatt es zu lindern. Es wundert also nicht, dass der Film beinahe nicht Martha... Martha geheißen hätte, sondern «Grausame Kindheitserzählung», ein Titel übrigens, der auf alle Filme der Regisseurin zutrifft. Sandrine Veyssets noch schmales Werk stellt bereits eine Sammlung sensibler Porträtzeichnungen dar. (Yann Gonzalez )