MA VIE EN ROSE

V'97

MA VIE EN ROSE

MEIN LEBEN IN ROSA

Alain Berliner
Belgien/F/GB, 1997
Spielfilme, 89min, OmdU

MA VIE EN ROSE

Alain Berliner
Belgien/F/GB, 1997
Spielfilme, 89min, OmdU

Mit: 
Michèle Laroque
Jean-Philippe Écoffey
Hélène Vincent
Drehbuch: 
Chris van der Stappen
Alain Berliner
Ton: 
Philippe Baudhuin
Thomas Gauder
Ludovic Hinault
Kamera: 
Yves Cape
Schnitt: 
Sandrine Deegen
Musik: 
Dominique Dalcan
Ausstattung: 
Véronique Melery
Kostüm: 
Karen Muller Serreau

Produktion: 
Haut et Court
Weltvertrieb: 
TF1 International
Verleih in Österreich: 
Polyfilm Verleih
Format: 
35 mm
Farbe

Der kleine Ludovic lebt mit seinen Eltern in einem ruhigen Stadtviertel. Ludovic ist als Junge geboren, aber tief in seinem Innersten ist er überzeugt, dass er ein Mädchen ist. Er muss schnell erfahren, dass das, was er für völlig normal hält, von den anderen nicht so gesehen wird - weder von seinen Eltern noch von den Nachbarn. Bereits in seinen jungen Jahren muss er Ablehnung und Intoleranz kennenlernen. Das Thema kindlicher Suche nach sexueller Identität, die Frage, was tun, wenn der Junge in Mädchenkleidern herumläuft, sich schminkt und mit Puppen statt mit Panzern spielt, gilt als filmisches Tabu. Alain Berliner ließ sich davon nicht abschrecken und behandelt das diffizile Sujet mit Fingerspitzengefühl, Ernsthaftigkeit und einer ungewohnten Prise Poesie. Insgesamt dreizehn Versionen schrieb Berliner gemeinsam mit Chris van der Stappen. Das Resultat ist eine gelungene, wundersame Mischung aus Drama und Komödie mit Soap-Opera-Elementen (immer wieder flüchtet sich der Junge in eine Serien- und Barbiepuppen-Traumwelt). Spielerisch geht es um die Definition des Geschlechts, um Vorurteile gegenüber dem Anderssein, aber auch um Magie, Märchen und Hoffnung. Warum die Festlegung auf traditionelles Rollenverhalten, warum eigentlich immer Rosa für Mädchen und Blau für Jungen? Berliner kriegt die Kurve zu einem optimistischen Ende, ohne den pädagogischen Holzhammer zu schwingen oder moralische Philosophien zum Besten zu geben. Der Film liefert keine Patentrezepte, die Antworten auf offene Fragen muss der Zuschauer, der rundum glücklich aus dem Kino kommt, schon selber finden. (Margaret Köhler)