Spielfilme

LONG WAY HOME

Peter Sollett
USA, 2002
88min
V'03

Wie so viele 16-Jährige gefällt sich Victor als Playboy und jagt in seiner Nachbarschaft in New Yorks Lower East Side Mädchen hinterher. Er ist ein gefühlloser, selbstsüchtiger Hund von einem Frauenhelden und hinterlässt eine Spur zerstreuter, seltsamer Affären. Der Film beginnt mit einer davon. Während des Sommers, in dem Long Way Home spielt, findet Victor eine ebenbürtige Gegnerin in der coolen Judy. Sie hängt mit ihrer Freundin Melonie im Swimmingpool der Nachbarschaft herum, wo die beiden von Victor und seinem Freund Harold entdeckt werden. Gemeinsam geben die beiden zwar ein schlechtes Spiel ab, aber sie schmieden trotzdem Pläne, die Mädchen für sich zu gewinnen. Solletts große Leistung ist die nüchterne Stichhaltigkeit des Films; er lässt einen grübeln, was seine Charaktere tun, wenn sie nicht gerade auf der Leinwand erscheinen. Eine derartige Leistung ist noch kaum in den Werken von etablierten Filmemachern da gewesen, geschweige denn im Feature-Debüt eines Regisseurs. Und das erinnert uns daran, dass wir hier etwas Besonderes sehen. (Elvis Mitchell) Die Teenager sprechen im abfälligen Ton der Straßen New Yorks, doch die Stimmung des Films ist offen und leicht, eine Reflexion dessen, wie die Kids die Spannungen und Freuden von Sex erleben. Die Burschen benehmen sich anmaßend, selbst wenn sie unsicher sind; die Mädchen tun so, als würden sie Jungs nicht brauchen. Nichts von wirklicher Bedeutung passiert, doch jeder Moment des Films lebt von dem Spiel der Gesten und Blicke, Angriff und Rückzug. Long Way Home sympathisiert mit Teenager-Sex, ohne die Sache großartig aufzubauschen. Sollett deutet an, dass dominikanische Kids, die aus zusammengewürfelten Familien mit fehlenden Elternteilen kommen, die Stabilität einer Beziehung brauchen. Mit ein wenig Glück wird der hübsche kleine Victor diese alltägliche Notwendigkeit ein Mann. (David Denby)

Credits
  • Judy Becker
  • Peter Sollett nach einer Story von Peter Sollett und Eva Vives
  • Tim Orr
  • Jill Newell
  • Victor Rasuk - Victor
  • Judy Marte - Judy
  • Melonie Diaz - Melonie
  • Altagracia Guzman - Großmutter
  • Silvestre Rasuk - Nino
  • Krystal Rodriguez - Vicki
  • Kevin Rivera - Harold
  • Brad Jones
  • Roy Nathanson
  • Bill Ware
  • Myron Kerstein
  • Steve Borne
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