LADY CHATTERLEY

V'08

LADY CHATTERLEY

Pascale Ferran
F, 2006
Spielfilme, 161min, OmdU

LADY CHATTERLEY

Pascale Ferran
F, 2006
Spielfilme, 161min, OmdU

Drehbuch: 
Pascale Ferran
Roger Bohbot
Pierre Trividic nach der zweiten Fassung von «Lady Chatterley's Lover» (1928) von David Herbert Lawrence
Ton: 
Jean-Jacques Ferran
Pascal Chauvin
Kamera: 
Julien Hirsch
Schnitt: 
Mathilde Muyard
Yann Dedet
Musik: 
Béatrice Thiret
Ausstattung: 
François-Renaud Labarthe
Kostüm: 
Marie-Claude Altot

Produktion: 
Maïa Films
Verleih in Österreich: 
Stadtkino Filmverleih Spittelberggasse 3/3 1070 Wien T 1 522 48 14 office@stadtkinowien.at
Format: 
35 mm
Farbe

«Ich habe meinen Roman geschafft», schrieb der britische Autor D. H. Lawrence im März 1927 aus der Toskana an eine Freundin. «Mir gefällt er - aber er ist so unsittlich, dass er, wenn es nach den armen konventionellen Dummköpfen geht, nie gedruckt werden wird.» Die Rede war von «Lady Chatterley's Lover», einem Buch, das in der Tat zunächst auf Kosten des Autors erschien und das erst seit knapp fünfzig Jahren ungekürzt und «ungereinigt» zu lesen ist. Es ist einer der bekanntesten Romane der Weltliteratur, berüchtigt als Tabubruch in zweifacher Weise: zum einen wegen der Direktheit, mit der er die körperliche Anziehung zwischen Mann und Weib beschreibt - und zum anderen wegen des Umstands, dass es sich beim Weibe um eine Lady und beim Mann um ein Mitglied des Volkes handelt. (...) Mit unendlicher Zartheit und Präzision setzt Ferran die Geschichte in Szene. Immer wieder folgt die Kamera der nymphischen Marina Hands auf ihren Wegen durch den Wald, immer wieder neu wird die belebte und unberechenbare Natur mit den dunklen Innenräumen des Herrenhauses gespiegelt, in denen der Hausherr, an seinen Rollstuhl gefesselt, zum Peiniger seiner Umgebung wird. (...) Erstaunlicherweise ist diese Lady Chatterley trotz ihrer unbedingten Loyalität zur Vorlage mehr als die kongeniale Verfilmung eines literarischen Klassikers. Jenseits der Studie von Lawrence über die Klassenschranken Englands zwischen den Kriegen, jenseits seiner großen Etüde über Sexus als Lebensfrömmigkeit ist Ferrans Verfilmung eine Inszenierung der Erotik zwischen Mann und Frau, wie es sie keuscher und zugleich realistischer wohl niemals gab. Das Dritte zwischen Prüderie und Porno, das Lawrence feierte - hier ist es wahrhaftig zu sehen. (Elke Schmitter, «Der Spiegel» 41/2007, Stadtkino-Programm Nr. 444)