... UND DAS IST DIE HAUPTSACHE!? - EINE BALLNACHT

V'08

... UND DAS IST DIE HAUPTSACHE!? - EINE BALLNACHT

Joe May
D, 1931
Spielfilme, 86min, OF

... UND DAS IST DIE HAUPTSACHE!? - EINE BALLNACHT

Joe May
D, 1931
Spielfilme, 86min, OF

Mit: 
Nora Gregor
Renée Reottlinck
Ursula Grabley
Pixi
Harry Liedke
Werner Roettlinck
Robert Thoerden
Hochstapler, Fürst
Ferdinand Hart
Bittrich
Otto Walburg
Kloepel, ein Maler
Fritz Odemar
Kriminalkommissar Schierling
Jakob Tiedke
Diener
Julius Falkenstein
Ballbesucher
Ernst Duschy
Lumpensammler
A. Bernauer
Peterl Roettlinck
Julius E. Hermann
Trude Lehmann
Rolf Müller
Ernst Pröckl
Tony Tetzlaff
Viktor Schwannecke
Drehbuch: 
Adolf Lanz
Manuskript: Richard Duschinsky
Ton: 
Walter Tjaden
Kamera: 
Otto Kanturek
Musik: 
Walter Jurmann; Musikalische Leitung: Willy Schmidt-Gentner; Lied-Texte: Fritz Rotter
Kapelle: Mitja Nikisch Gesang: Big and Doug
Ausstattung: 
Otto Hunte
Kostüm: 
Tichomar Varady

Produktion: 
May-Film AG für Deutsches Lichtspiel Syndikat AG
Format: 
35 mm
Schwarz/Weiß

Ein Karnevalsball - das ausgelassene Treiben der Menschenmassen senkt die individuellen Hemmschwellen. Die kesse Pixi, ein Girl vom «Flapper»-Typus, hat es auf den Generaldirektor Werner Roettlinck abgesehen, der seiner Frau Renée (Nora Gregor) gestehen muss, dass ihn das Abenteuer unwiderstehlich anzieht. Die distinguierte Renée wahrt die Contenance und gibt den Gatten für diese Nacht frei. Sie ist nun ihrerseits zum Opfer eines falschen Fürsten prädestiniert, der hinter ihren Juwelen her ist. Doch die Polizei ist zur Stelle. Ernüchtert und enttäuscht kehrt Renée zurück in die heimische Villa, wo das gewohnte Leben wartet. Auch Walter hat keinen Ehebruch begangen, und so ist nichts passiert. Der Alltag danach sieht dennoch reichlich grau aus. Joe Mays Regie hat hier ein seltsames, aber sehenswertes Konglomerat aus Konversationsstück und Experimentalfilm hervorgebracht: Die Inszenierung des Kostümballs zu Beginn, fotografiert mit geradezu anarchisch entfesselter Kamera, feiert die neueste Tonfilmtechnik gleichsam mit allen Mitteln, macht aber auch die hässlichen Seiten des ungezügelten kollektiven Begehrens sichtbar. Bemerkenswert auch das «voyeuristische» Arrangement der Verführungsszene, das ebenfalls den Ton als Attraktion ausstellt. Die Intimitäten des Paares werden doppelt kontrolliert, einerseits lauscht ein Komplize ungeduldig an der Wand, andererseits hört die Polizei mit, die zuvor in der Suite «seiner Hoheit» eine Abhöranlage installiert hat, um im entscheidenden Moment einzugreifen.