Kollektives Kino

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Kollektives Kino

Collective Cinema


Mexiko, 1968

Kollektives Kino


Mexiko, 1968
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Format: 
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Der Mai 1968 zeitigte höchst erfreuliche Folgen wie die kurzfristige Umsetzung der Utopie eines kollektiven Kinos. Hier wurden künstlerische Entscheidungen in Gruppen getroffen, zusammengeschweißt durch historische Umstände und die 16mm-Kamera. In Mexiko filmte eine Gruppe Studentinnen und Studenten die massiven Proteste gegen die Brutalität der Polizei im Vorfeld der Olympischen Spiele 1968 strategisch und intuitiv zugleich. Aus der Bewegung heraus, die sich auf dem gewaltigen Campus der Universidad Nacional Autónoma de México gebildet hatte und durch das Massaker in Tlatelolco zum Schweigen gebracht werden sollte, wurden viele Stunden intensiven, elektrisierenden Materials über die Ereignisse gesammelt. Zusammen mit Leobardo López Aretche arbeitete das Kollektiv am Schnitt und organisierte das Material zu einer scharfen Anklage gegen und einen beharrlichen Bericht über die autoritären Übergriffe seitens Polizei und Regierung. El grito war viele Jahre verboten, er ist einer der wenigen Filme, die der legendäre Aretche realisieren konnte, dessen Karriere durch seinen frühen Tod 1970 ein jähes Ende nahm.

EL GRITO
Mexiko 1968–71, Leobardo López Aretche,
Schwarzweiß/eF, 102 Minuten

Texte: Oriana Fallaci, Consejo Nacional de Huelga
Kamera: Leobardo López Aretche, Roberto Sánchez, José Rovirosa, Alfredo Joskowicz, Francisco Bojórquez, Jorge de la Rosa, León Chávez, Francisco Gaytán, Raúl Kamffer, Jaime Ponce, Federico Villegas, Arturo de la Rosa, Carlos Cuenca, Guillermo Díaz Palafox, Fernando Ladrón de Guevara, Juan Mora, Sergio Valdez, Federico Weingartshofer
Schnitt: Ramón Aupart
Ton: Rodolfo Sánchez Alvarado
Musik: Óscar Chávez

Produktion: Centro Universitario de Estudios Cinematográficos (CUEC)
Restaurierte Fassung und Weltrechte: Filmoteca de la UNAM

Leobardo López Aretche
Geboren 1942 in Mexiko City. Studiert Schauspiel und Regie. Arbeitet als Filmemacher und Kameramann. Stirbt 1970. Filme als Regisseur (Auswahl): LAPSO (1965), PANTEON (1966), S.O.S. (1967), EL HIJO (1968), LEOBARDO BARRABAS (1969).