V’18: OCTOBER 25 – NOVEMBER 8, 2018

ERWACHEN AUS DEM SCHICKSAL - HOMMAGE TO EDMUND KALB (1900–1952)

V' 02

ERWACHEN AUS DEM SCHICKSAL - HOMMAGE TO EDMUND KALB (1900–1952)

Stephan Settele
A, 2002
Dokumentarfilme, 84min, OF

ERWACHEN AUS DEM SCHICKSAL - HOMMAGE TO EDMUND KALB (1900–1952)

Stephan Settele
A, 2002
Dokumentarfilme, 84min, OF

Darsteller: 
Ernst Reiner
Georg Kalb
Rudolf Sagmeister
Klaus Albrecht Schröder u.a.
Mitwirkende: 
Idee
Wolfgang Hermann
Ton: 
Stephan Settele
Kamera: 
Stephan Settele
Stoph Sauter
Peter Zach
Elke Harder
Schnitt: 
Stephan Settele
Stoph Sauter

Produktion: 
Stephan Settele Wolfgang Hermann Moosmahdstraße 186850 Dornbirn Tel. +49 30 391 79 88 stephan.settele@t-online.de
Weltvertrieb: 
Stephan Settele Wolfgang Hermann Moosmahdstraße 186850 Dornbirn T +49 30 391 79 88 stephan.settele@t-online.de
Format: 
Video (Digi Beta)
Farbe und Schwarz/Weiß

Kunst als Erkenntnis und Erkenntnis als Befreiung von Zwang und Unmündigkeit, das waren die Lebensmaximen des Vorarlberger Künstlers Edmund Kalb. Der enigmatische, bis heute weithin unbekannte Künstler aus der westösterreichischen Provinz drang in wenigen hochproduktiven Jahren konsequent bis zur völligen Abstraktion vor, ehe er die künstlerische Arbeit aufgab, um sich mathematischen und pflanzenzüchterischen Versuchen zu widmen. Dabei lebte er weitgehend autark vom eigenen Ertrag aus Garten und Feld. Edmund Kalbs Interesse galt kaum je dem abgeschlossenen Werk als vielmehr dem eigentlichen Prozess des Zeichnens und Denkens selbst. Einzigartig in der Geschichte der europäischen Kunst des vergangenen Jahrhunderts bleibt seine Serie von über 1000 Selbstbildnissen, von denen indes viele durch das Unverständnis seiner bigotten Umgebung nach dem Tod des Künstlers 1952 vernichtet wurden. Nachdem ihn seine unbeugsame Haltung während des Zweiten Weltkriegs bereits in die Gefängnisse der Nationalsozialisten geführt hatte, erging es Edmund Kalb in den wenigen Lebensjahren, die ihm nach 1945 noch blieben, kaum besser. Er verwickelte sich in einen langwierigen Kampf mit den Behörden, der ihn wieder in die Arrestzelle führte. Dort hatten die Psychiater das Wort: «Untersuchter konnte und kann auch jetzt nicht einsehen, dass irgend einer den anderen und ihm seinen Willen aufzwingen dürfe, nur deshalb, weil der andere durch Zufall eine höhere Stellung habe.» Diese Dokumentation ist der Versuch, das Porträt eines lebenslangen Individualisten zu zeichnen und seiner außergewöhnlichen Persönlichkeit und ihrem Werk wenigstens postum Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Stephan Settele hat Einblick in das Archiv des Künstlers genommen und vor allem der Serie der Selbstporträts in seinem Film große Aufmerksamkeit geschenkt. So bietet der Film auch die einzigartige Möglichkeit, die Arbeiten Edmund Kalbs kennen zu lernen.

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