ELEPHANT

V'03

ELEPHANT

Gus Van Sant
USA, 2003
Spielfilme, 81min, OmdU

ELEPHANT

Gus Van Sant
USA, 2003
Spielfilme, 81min, OmdU

Mit: 
Alex Frost
Alex
Eric Deulen
Eric
John Robinson
John
Elias McConnell
Elias
Jordan Taylor
Jordan
Timothy Bottoms
Mr. McFarland
Matt Malloy
Mr. Luce
Drehbuch: 
Gus Van Sant
Ton: 
Leslie Shatz
Kamera: 
Harris Savides
Schnitt: 
Gus Van Sant

Produktion: 
Produktion Meno Film 122 Hudson Street, 5th Floor New York, NY 10013, USA T 212 334 30 95 danywolf@aol.com
Weltvertrieb: 
HBO Films London Warner House 98 Theobalds Road WC1X 8WB London, Großbritannien T 20 7984 5051 rosabosch@hbo.com
Verleih in Österreich: 
Stadtkino Filmverleih Spittelberggasse 3 T 1 522 48 14 stadtkino@nextra.at
Format: 
35 mm
Farbe

Gus Van Sants Elephant , eine Art Bowling for Columbine ohne Besserwisserei, ist eine der eindringlichsten Darstellungen von schulischer Gewalt seit Jahren und gleichzeitig von einer beiläufigen Poesie wie die Fotografien von William Egglestone. Van Sant erzählt von einem ganz normalen Tag an einer amerikanischen High School, der in einem Blutbad endet, als zwei Jungs mit Waffen ins Gebäude eindringen. Da man ahnt, was passieren wird, laden sich die Bilder vom Schulalltag mit einer immer unerträglicheren Spannung auf. Zum einen, weil man lange nicht weiß, wer Opfer und wer Täter sein wird, zum anderen, weil sich die Wege der Schüler nicht nur räumlich, sondern auch zeitlich überschneiden. In langen Einstellungen folgt ihnen die Kamera über den Campus und durch die Schule, und an den Schnittpunkten sieht man dasselbe Geschehen aus verschiedenen Perspektiven. Diese in letzter Zeit etwas strapazierte Erzählmethode gewinnt in Elephant eine neue Kraft, indem sie das Bild der sich kreuzenden Schicksale in jene schreckliche Banalität überführt, die im Katastrophenfall so eine fatale Schwerkraft erlangt. Den Titel hat Gus Van Sant übrigens einem Dokumentarfilm des Briten Alan Clarke über Nordirland entlehnt. Er dachte, er bezöge sich auf die buddhistische Geschichte von den Blinden, die jeweils verschiedene Teile des Elefanten zu fassen kriegen, den Rüssel, ein Ohr, ein Bein, und daraus auf die wahre Natur des Tieres schließen zu können glauben. Erst später erfuhr Van Sant, dass Clarke seinen Film so genannt hat, weil er von einem Problem handle, das so schwer zu übersehen sei wie ein Elefant in einem Wohnzimmer. So oder so ist Elephant ein filmischer Schock. (Michael Althen)