EAST OF PARADISE

V'05

EAST OF PARADISE

Lech Kowalski
F, 2005
Dokumentarfilme, 110min, OmeU

EAST OF PARADISE

Lech Kowalski
F, 2005
Dokumentarfilme, 110min, OmeU

Mit: 
Werla Kowalski
Drehbuch: 
Lech Kowalski
Ton: 
Emmanuel Soland
Kamera: 
Lech Kowalski
Mark Brady
Schnitt: 
Lech Kowalski

Produktion: 
Agat Films 52 rue Jean-Pierre Timbaud 75011 Paris, Frankreich T 1 53 36 32 32 blanche.guichou@agatfilms.com Extinkt Films 38, rue des sept arpents 93 500 Pantin Tel/fax : 33-1-48-43-90-02 www.extinkt.com Email kingoutlaw@noos.fr
Weltvertrieb: 
Extinkt Films 2104 Ottilia street, Utica, USA T 1 315 7246 179 kingoutlaw@noos.fr
Format: 
35 mm
Farbe

Ob es denn nicht immer bedeutender (und auch lohnender) sei, sich mit den Ausgestoßenen als mit den Mächtigen dieser Welt zu befassen, lautet die Frage, um die es in Lech Kowalskis dokumentarischem Essay East of Paradise geht. Er hat sie insgeheim schon beantwortet. Im Mittelpunkt seines Schaffens standen seit jeher gesellschaftliche Außenseiter: Ob Junkies oder Pornodarsteller, ob Punks oder Obdachlose stets hat er sich in seinen Filmen bevorzugt jenen angenommen, deren Existenz illegitim erscheint, weil sie nicht den Werten und Regeln des Establishment gehorcht. In East of Paradise fragt Kowalski nach seiner Faszination für den Ungehorsam. Der Film besteht aus zwei Teilen, die in einen Dialog treten, der weniger einen Vergleich anstrebt als eine Rechtfertigung sucht. Im ersten Abschnitt sucht Kowalski seine Mutter Maria Werla auf und lässt sich von ihr die Geschichte ihrer Deportation erzählen. Das Setting ist sparsam, die Kamera ruht auf dem Gesicht der Frau, bisweilen schwenkt sie über karge Wände. In ihrer Rede wird eine Erfahrung manifest: 1939 besetzen die Nationalsozialisten, fast gleichzeitig die Russen Polen; Werla wird in einen Gulag nach Sibirien verschleppt. Eine Odyssee des Leidens wird ausgebreitet, die in Tränen der Überwältigung endet. Im zweiten Teil «bebildert» Kowalski die Geschichte seiner Mutter indirekt mit den Protagonisten seiner Filme aus den 80er Jahren. Es geht ihm um eine Suche nach Kontinuität. Seine Aversion gegen Autoritäten und Affinität zu den Rechtlosen interpretiert er biografisch. Im skateboardenden Junkie, dem «Gringo» aus seinem erschütternden Film über die New Yorker Drogenszene, in den unnachgiebigen Fans der Sex Pistols von D.O.A. findet er ähnliche Grundzüge nackten Lebens wieder. East of Paradise ist eine zutiefst persönliche und doch ganz allgemeingültige Reflexion über das Ethos des filmischen Blicks: ein notwendiger Film. (Dominik Kamalzadeh)