CORPS OUVERTS

V'98

LES CORPS OUVERTS

OPEN BODIES

Sébastien Lifshitz
F, 1997
Spielfilme, 47min,

LES CORPS OUVERTS

Sébastien Lifshitz
F, 1997
Spielfilme, 47min,

Mit: 
Yasmine Belmadi
Pierre-Loup Rajot
Margot Abascal
Drehbuch: 
Sébastien Lifshitz
Stéphane Bouquet
Ton: 
Yolande Decarsin
Cyril Holtz
Kamera: 
Pascal Poucet
Schnitt: 
Stéphanie Mahet
Jeanne Moutard
Musik: 
Akhenaton
L'Orient
Imaginaire
Rob Dougan
Ala
Ausstattung: 
Valérie Mrejen
Kostüm: 
Elisabeth Mehu

Produktion: 
Lancelot Films
Weltvertrieb: 
Lancelot Films
Format: 
35 mm
Farbe

Rémi ist 18 Jahre alt. Er teilt seine Zeit zwischen dem Gymnasium, das ihn langweilt, seinem Freund Thomas und der Gemischtwarenhandlung, in der er abends arbeitet, auf. Sein Leben verläuft in ruhiger Monotonie, Eines Tages meldet er sich, nur zum Spaß, bei einem Casting-Termin. Marc, der Regisseur, ist sowohl von Rémis Schauspiel als auch von seinem Aussehen fasziniert. Später schlafen Marc und Rémi miteinander. Verwirrt durch diese Erfahrung und verstört durch die Krankheit seines Vaters, weiß Rémi nicht mehr ein noch aus. Er irrt durch die Straßen, hat zahllose sexuelle Kontakte (mit Jungen und Mädchen gleichermaßen), um sich zu verlieren, solange, bis es Zeit ist, sich selbst etwas zu beweisen - aber was?

Les Corps ouverts ist ein Film, der zeitgenössisch gemeint ist. Ich denke, es ist eines der Hauptziele des Kinos, sich mit der Gegenwart zu befassen. Trotzdem wollte ich keinen didaktischen naturalistischen Film über die Gesellschaft machen. Darum gehört die Hauptfigur nirgendwo hin, repräsentiert nichts, außer sich selbst; sie ist fast asozial: ein in Frankreich geborener Araber namens Rémi, der vermutlich homosexuell ist, aber noch nicht gelernt hat, damit umzugehen. Er kommt aus einer Familie, die der Tod langsam dezimiert, und er verbringt seine Tage und Nächte damit, ziellos herumzustreunen, meistens allein, weil er keine Bindungen hat. Tief drinnen hat dieses verstörte Individuum nichts zu sagen. Im Zuge seiner Wanderungen und Begegnungen reflektiert er einfach die Situation des einzelnen in der Gesellschaft. Der Stil des Films ist nahe an der Realität und zögert nicht, sich am Dokumentarischen zu orientieren, wenn es um die Frage geht, die rauhe Wirklichkeit und die Macht des Schicksals zu zeigen. Aber dieser realistische Rahmen ist durchsetzt mit Anflügen von Lyrizismen, Romantik, Musik und Melodrama, die, so hoffe ich, dem Film eine zusätzliche Dimension und ein Gefühl der Fremdheit verleihen. (Sebastien Lifshitz)