VIENNA INTERNATIONAL FILM FESTIVAL: OCTOBER 25 – NOVEMBER 8, 2018

ÉCOLE DE LA CHAIR

V' 98

L' ÉCOLE DE LA CHAIR

SCHOOL OF FLESH, THE

Benoît Jacquot
F, 1998
Spielfilme, 105min,

L' ÉCOLE DE LA CHAIR

Benoît Jacquot
F, 1998
Spielfilme, 105min,

Darsteller: 
Isabelle Huppert
Vincent Martinez
Vincent Lindon
Drehbuch: 
Jacques Fieschi nach dem Roman von Yukio Mishima
Ton: 
Jean-Claude Laureux
Brigitte Taillandier
Kamera: 
Caroline Champetier
Schnitt: 
Luc Barnier
Ausstattung: 
Katia Wyszkop
Kostüm: 
Corinne Jorry-Horlait

Produktion: 
Orsans Productions
Weltvertrieb: 
Flach Pyramide International
Verleih in Österreich: 
Filmladen
Format: 
35 mm
Farbe

In Benoît Jacquots Mishima-Verfilmung L'École de la chair ist Isabelle Huppert nicht nur schön wie nie, sondern sie führt auch noch vor, was ein Gesicht ausdrücken kann. Sie spielt eine Geschäftsfrau, die einen bisexuellen Barmann kennenlernt, der sich seiner Attraktivität nur zu bewusst ist. In ihren Augen kann man sehen, wie ihre Emotionen und ihr Selbstbewusstsein um die Vorherrschaft ringen, und die schönste Idee dabei ist, dass sie immer wieder von ihren Tränen verraten wird. So hartherzig sie sich auch geben mag, so schnell werden doch ihre Augen feucht und erzählen von einer Frau, die alles unter Kontrolle hat, nur ihr Herz nicht. (Michael Althen)

Ein wirklich urbaner, eleganter französischer Film: Yukio Mishima schrieb den Roman, dem Benoît Jacquot eine Frau von hier und heute entnahm, die dank ihres Geldes und ihrer Intelligenz in einer idiotischen Liebe nicht untergeht. Hinreißend schön, selbst in Tränen beherrscht, spielt Isabelle Huppert die reife Frau, die einem jungen Stricher auf den Leim geht. Wider Erwarten endet die Beziehung undramatisch. Eine Zufallsbegegnung bei den banalen Geschäften des Alltags setzt den Schlusspunkt. (Brigitte Werneburg)

Das stärkste Element in Mishimas Buch, das, was mich besonders angezogen hat, ist die Tatsache, dass die Frau hier die Rolle eines reifen Mannes spielt, und der junge Mann jene Rolle, die in Literatur und Film oft jungen verführerischen Frauen zugedacht wird. Es gibt Anzeichen dieses unaufhörlichen "Tausches": einen männlichen Vornamen für Dominique, die kurze Haare hat und immer Hosen trägt. Aber das wichtigste ist, dass ihr Schicksal dasselbe ist wie das vieler Männer in ähnlichen Geschichten. Was ist die Intimität, die zugleich fremd und vertraut ist? Das ist wahrscheinlich jenes Rätsel, das ich in meinen Filmen immer wieder zu ergründen versuche. (Benoît Jacquot)