V’18: OCTOBER 25 – NOVEMBER 8, 2018

BESHKEMPIR

V' 98

BESHKEMPIR

ADOPTED SON, THE

Aktan Abdikalikov
Kirgisien/F, 1998
Spielfilme, 81min,

BESHKEMPIR

Aktan Abdikalikov
Kirgisien/F, 1998
Spielfilme, 81min,

Darsteller: 
Mirlan Abdikalikov
Albina Imashewa
Adir Sbilkassimov
Drehbuch: 
Aktan Abdikalikov
Avtandil Adikulov
Marat Sarulu
Kamera: 
Massan Kidirialev
Schnitt: 
Tilek Mambetowa
Musik: 
Nurlan Nishanov
Ausstattung: 
Emil Tilewov

Produktion: 
Noé Productions
Weltvertrieb: 
Celluloid Dreams
Format: 
35 mm
Farbe und Schwarz/Weiß

Beshkempir scheint ein Junge wie alle anderen zu sein: Er führt ein Leben ohne Zwischenfälle. Zu Beginn der Pubertät fühlt er erstmals die Erregung, die das Erwachen der Sexualität mit sich bringt. Bald empfindet er für das Nachbarmädchen die ersten zarten Liebesgefühle. Eines Tages verbreitet sich eine Nachricht, die sein Leben über den Haufen zu werfen droht: Beshkempir erfährt von einem Freund, dass er nicht das leibliche Kind seiner Eltern sein soll. Plötzlich ist alles anders. Wenn seine Mutter nicht seine Mutter und sein Vater nicht sein Vater ist, dann ist er auch niemand mehr. Dennoch beschließt er, die Schwierigkeiten, die diese Situation mit sich bringt, nach und nach zu überwinden. Aktan Abdikalikovs Film bezieht sich auf einen alten Brauch, der auch heute noch bei den Kirgisen Gültigkeit hat: Ehepaaren, bei denen die Frau sich als unfruchtbar erweist, wird ein entwöhntes Kleinkind geschenkt.

Mein Film ist nach dem Prinzip der kirgisischen Patchworkdecken aufgebaut. Jedes Stoffstück stellt die Erinnerung an einen verstorbenen Menschen dar. Wenn eine Person stirbt, herrscht bei uns der Brauch, dass man unter den Angehörigen Stücke eines Patchworks verteilt. Es symbolisiert das Gedächtnis, die Nachkommenschaft. In meinem Film versuche ich, das Muster der kollektiven Erinnerung des kirgisischen Volkes zu weben. (Aktan Abdikalikov)

Beshkempir, die in metaphorischen Bildern erzählte Studie der Identitätskrise eines Jungen, besticht durch einen imponierenden Formwillen. In einfarbig viragierten, an die Kupfertiefdruckmagazine der 50er Jahre erinnernden Bildern betreibt er eine Ästhetisierung abseits aller Schönfärberei. Wie in den Landarbeiterstudien des Fotografen Sebastiao Salgado verleiht der Kontrastreichtum dieser Schwarzweißaufnahmen seinen Bildern eine berückende Erdigkeit und Schwere. (Daniel Kothenschulte)

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