BEAUTY # 2

V'05

BEAUTY # 2

Andy Warhol
USA, 1965
66min, OF

BEAUTY # 2

Andy Warhol
USA, 1965
, 66min, OF

Produktion: 
Weltvertrieb: 
Verleih in Österreich: 
16 mm/Schwarzweiß

Beauty #2 ist merkwürdigerweise immer ein relativ unbekannter Film geblieben, sogar in den Party-Kreisen von 1965. Was nicht gerade für diese Kreise spricht, denn der Film ist ein Paradebeispiel für Warhols Verfahrensweise während dieser Zeit und einer der stärksten Filme in seiner Karriere überhaupt. Er handelt von Edie Sedgwick, und Edie Sedgwick ist einer der drei oder vier Menschen, die Warhols Superstar-Faszination während dieser Epoche seines Lebens gerecht wurden. Und zwar nicht deshalb, weil Sedgwick als Schauspielerin oder Performerin besonders begabt war so wie Ingrid Superstar oder Ondine es waren. Und auch davon zu reden, Sedgwick habe die Qualitäten eines Stars im alten Hollywood-Sinn gehabt sei präsent gewesen, wenn sie ganz sie selbst war , erscheint wie eine Herabsetzung und kommt einem der hochgestochenen Vergleiche nahe, die in der Factory gang und gäbe waren. Nein, besser ist es, von ihr auf andere Weise zu sprechen, nämlich über die Besonderheiten ihrer Präsenz... Warhol gründete seine Verfahrensweise während dieser Zeit sehr bewusst auf Filme der Dreißiger Jahre von den «Stars» her entwickelte er die Vorstellung des Superstars und benutzte diese im Wesentlichen als Vorwand für ein Porträt. Sich auf diese Idee beziehend, sagt Tavel heute: «Man spürt, dass Filme viel mit Geschichte zu tun haben das sind die authentischsten Geschichtsbücher, die wir haben. Sie geben unfehlbar wieder, wie die Leute denken wenn man sie in diesen simplen Stories agieren sieht, kann man wirklich mitansehen, wie ihre Körper sich ausdrücken, man sieht die Geisteshaltung, den Gedanken hinter dem Augenaufschlag, hinter dem, was sich unvermittelt einstellt.» So ist es mit Beauty #2. Man schaut tatsächlich auf den körperlichen Ausdruck nicht als Erotisch-Persönliches; man sieht den Gedanken, der für jene Geschichte, von der Tavel spricht, lebensnotwendig war, und findet in Miss Sedgwick das ideale Subjekt für diese Reinheit. Stephen Koch, «Stargazer», London/N.Y. 1991 Übersetzung von Johannes Beringer