BAD LIEUTENANT

V'09

BAD LIEUTENANT

Abel Ferrara
USA, 1992
Spielfilme, 98min, OmdU

BAD LIEUTENANT

Abel Ferrara
USA, 1992
Spielfilme, 98min, OmdU

Mit: 
Harvey Keitel
Lieutenant
Victor Argo
Polizist
Paul Calderone
Polizist
Leonard Thomas
Polizist
Frankie Thorn
Nonne
Drehbuch: 
Victor Argo
Paul Calderone
Abel Ferrara
Zoë Lund
Ton: 
Bess Steele
Kamera: 
Ken Kelsch
Schnitt: 
Anthony Redman
Musik: 
Joe Delia
Ausstattung: 
Charles Lagola
Kostüm: 
David Sawaryn

Produktion: 
Bad Lt. Production
Weltvertrieb: 
Content Films International 19 Heddon Street London, W1B 4BG, Großbritannien T +44 20 7851 6500 london@contentfilm.com
Verleih in Österreich: 
Polyfilm Verleih 1050 Wien Margaretenstraße 78 T 1 581 39 00 20 polyfilm@polyfilm.at
Format: 
35 mm
Farbe

Ein drogensüchtiger und korrupter Lieutenant der New Yorker Polizei wird von seinen Wettschulden erdrückt. Retten kann ihn nur eine Belohnung von 50.000 Dollar, die sowohl von der Kirche als auch von der Mafia auf zwei Vergewaltiger ausgesetzt worden ist, die eine Nonne in ihrer Kirche in Spanish Harlem brutal geschändet haben. Doch die Fahndung des Lieutenants nach den Tätern wird bald zur Suche nach seiner eigenen Erlösung. Bad Lieutenant, Abel Ferraras harte und kompromisslose Studie eines existenziellen Chaos, besticht durch die in jeder Hinsicht konsequente Inszenierung und die radikale und beeindruckende Darstellung Harvey Keitels. Sie trinken, ficken, koksen. Sie wollen sich verletzen, verzehren und verlieren. Es wird gebrüllt, geschlagen und getötet. Bei Abel Ferrara sind immer alle Ventile geöffnet und sämtliche Schleusen gesenkt. Gefühle werden literweise verfeuert, und sie entfachen nichts als Gewalt und Schmerz. Dabei hoffen alle auf Gnade und Glück. Jeder Weg führt an sein bitteres Ende, und bei all der Kraft und Faszination, die Ferraras Helden mit ihrer Fallsucht ausüben, findet er jedesmal Bilder, die ihren Autismus und ihre Selbstüberschätzung gnadenlos bloßstellen. In Bad Lieutenant ist das die Szene, in der Harvey Keitel nach einem seiner Drogenexzesse frühmorgens besinnungslos auf seinem Wohnzimmersofa liegt, während die Familie bereits ihren Alltag aufgenommen hat. So faszinierend seine selbstzerstörerische Unbedingtheit vorher noch gewirkt haben mag, so ärmlich und banal stellt sie sich dar, wenn er da auf dem Sofa liegt. Ein Heuchler, ein Verlierer, eine arme Sau. (Michael Althen)