AOI SAKANA

V'98

AOI SAKANA

BLUE FISH

Yosuke Nakagawa
J, 1998
Spielfilme, 60min,

AOI SAKANA

Yosuke Nakagawa
J, 1998
Spielfilme, 60min,

Mit: 
Mari Ouchi
Keigo Heshiki
Yoshino Tamaki
Drehbuch: 
Yosuke Nakagawa
Ton: 
Tatsuhiro Okamoto
Kamera: 
Ichigo Sugawara
Schnitt: 
Asako Takatsuka
Musik: 
Kenichiro Shibuya
Ausstattung: 
Takanori Sasaki
Kostüm: 
Asako Shimada

Produktion: 
Tonpu Co. Ltd.
Weltvertrieb: 
Gold View Co. Ltd.
Format: 
35 mm
Farbe

Die 18jährige Ryoko verdingt sich in einem Schönheitssalon als Teilzeitkraft. Ihre eintönige Arbeit trägt dazu bei, dass sie sich über ihr unerfülltes Leben Sorgen macht. Eines Tages zieht der 24jährige Kazuya Ishino in ein Zimmer gegenüber dem Schönheitssalon ein. Er geht nicht viel weg und bleibt meist für sich, freundet sich jedoch mit Ryoko an, der sein Lebenswandel etwas rätselhaft erscheint. Eigentlich ist Kazuya ein Drogenschmuggler, der für die Shanghai-Mafia arbeitet. Er war damit beauftragt, in den örtlichen, von der taiwanesischen Mafia kontrollierten Drogenmarkt einzudringen und wird nun von deren Mitgliedern gesucht. Eines Abends, als Ryoko Kazuya besucht, finden die Killer Kazuyas Aufenthaltsort heraus. Das ist der äußere Spannungsbogen einer Geschichte, in deren Mittelpunkt das junge Mädchen und der Alltag in der Kleinstadt stehen, die Nakagawa in einer ruhigen, poetischen Bilderfolge beschreibt.

Ich bemühte mich, etwas darzustellen, das ich in den letzten Jahren in Tokyo immer mehr vermisse, in anderen asiatischen Großstädten wie Shanghai, Taipeh, Bangkok oder Jakarta dagegen gefunden habe: Dort roch es nach Leben. Auf der Suche nach diesem verlorengegangenen Lebensgeruch in Japan kam ich in den Süden, nach Naha auf Okinawa. Ich beschloss, dort meinen ersten Film zu drehen. (Yosuke Nakagawa)

Der mit einer minimalistischen Ästhetik ausgestattete Film Blue Fish von Yosuke Nakagawa führt das narrative Erzählprinzip ad absurdum, indem er bewusst alles weglässt, was eine Geschichte erzählen kann - eine Methode, die stringent gegen den Erzählauftrag und damit auch gegen den eigentlichen Beruf des Drehbuchschreibers Nakagawa gerichtet ist. Übrig bleiben hermetische poetische Bilder, die auf der Insel Okinawa entstanden sind und von der Intensität des Lebens erzählen. (Marli Feldvoß)