AMANTS DU PONT NEUF

V'08

LES AMANTS DU PONT NEUF

LIEBENDEN VON PONT NEUF, DIE

Léos Carax
F, 1991
Spielfilme, 125min, OmdU

LES AMANTS DU PONT NEUF

Léos Carax
F, 1991
Spielfilme, 125min, OmdU

Mit: 
Juliette Binoche
Michèle Stalens
Denis Lavant
Alex
Klaus-Michael Grüber
Hans
Edith Scob
Frau im Auto
Daniel Buain
Freund von Alex
Marion Stalens
Marion
Chrichan Larsson
Julien
Drehbuch: 
Léos Carax
Ton: 
Henri Morelle
Kamera: 
Jean-Yves Escoffier
Schnitt: 
Nelly Quettier
Musik: 
Fred Chichin
Ausstattung: 
Michel Vandestien
Kostüm: 
Robert Nardone

Produktion: 
Films Christian Fechner
Format: 
35 mm
Farbe

Von 1989 bis 1991, so heißt es auf dem Baustellenschild an der Abzäunung, werde der Pont Neuf, die älteste Brücke von Paris, restauriert und stehe der Öffentlichkeit nicht zur Verfügung. Von Anfang an ist die für Bauarbeiten geschlossene Brücke ein unwirklicher Ort, eine graue Felseninsel mitten in der Stadt, auf der sich das Leben in einem seltsamen Schwebezustand befindet. Die umgebende Stadt ist gegenwärtig mit gedämpften Geräuschen und mit ihren Bauwerken als Kulisse, die man von den halbrunden Balkons der Brücke aus sieht. (...) Eine Exposition, die hypnotisch in eine fremdartige Welt hineinzieht: eine schnelle Autofahrt durch die Nacht von Paris, durch einen langen Tunnel, den Boulevard Sébastopol hinauf, bis man schließlich eine auf der Fahrbahn taumelnde Gestalt mit bloßem Oberkörper und kahlgeschorenem Kopf ereicht. Alex, der Feuerschlucker und Clochard, fällt im besinnungslosen Suff auf die Straße, ein Auto fährt ihm über den Fuß. Eine nicht weniger verkommene junge Frau, ein Auge mit einer Klappe bedeckt, kommt dazu und sieht alles stumpf an. Bevor er das Paar zu Liebenden werden lässt, zeigt Carax es erst ganz unten in Dreck und Erbärmlichkeit, vom Schmerz betäubt und dem Wahnsinn nahe vor Verzweiflung. «Ich glaube, ich habe vom Kino der Vergangenheit mehr oder weniger alles gesehen. Ich könnte mich auch heute auf dem Laufenden halten, aber ich habe die etwas überhebliche Vorstellung, dass ich das zeitgenössische Kino kenne, ohne einen einzigen Film gesehen zu haben.» (Léos Carax, Stadtkino-Programm Nr. 225)