AFFLICTION

V'02

AFFLICTION

GEJAGTE, DER

Paul Schrader
USA, 1997
114min, OmdU

AFFLICTION

Paul Schrader
USA, 1997
, 114min, OmdU

Mit: 
Nick Nolte
Wade Whitehouse
James Coburn
Glen Whitehouse
Sissy Spacek
Margie Fogg
Willem Dafoe
Rolfe Whitehouse
Brigid Tierney
Jill Whitehouse
Mary Beth Hurt
Lillian
Homes Osborne
Gordon LaRiviere
Drehbuch: 
Paul Schrader nach dem Roman von Russell Banks
Ton: 
Patrick Rousseau
Kamera: 
Paul Sarossy
Schnitt: 
Jay Rabinowitz
Musik: 
Michael Brook
Ausstattung: 
Anne Pritchard
Kostüm: 
Françoise Laplante

Produktion: 
Largo Entertainment 2029 Century Park East, Suite 2500 Los Angeles, CA 9067, USA T 310 203 00 55 F 310 203 02 54
Weltvertrieb: 
Largo Entertainment 2029 Century Park East, Suite 2500 Los Angeles, CA 9067, USA T 310 203 00 55 F 310 203 02 54
Verleih in Österreich: 
Polyfilm Verleih Margaretenstraße 78 1050 Wien T 1 581 39 00 20 polyfilm@polyfilm.at
Format: 
35 mm
Farbe

In Paul Schraders Affliction geht es um ein Thema, das den Regisseur nicht mehr losgelassen hat, seit er Taxi Driver geschrieben hat: um die Isolation eines Mannes, dessen Existenz auseinanderfällt, um die Spielregeln des Alltags, die ihn zum Verlierer machen, um einen Stau der Gefühle, der ins Pathologische wächst und sich nur noch in Gewalt entladen kann. Diesmal aber findet alles in den White Mountains von New Hampshire statt, und der Held weiß genau, dass ihn sein Hang zur Gewalt nur zerstören kann. Nick Nolte spielt ihn als einen Mann, dem alle Wege versperrt sind. Während sich bei Martin Scorsese die ganze Wut der 70er Jahre noch in einem kathartischen Finale entladen konnte, wird Nolte langsam von innen zerfressen. Dabei bleibt es nicht aus, dass auch der Regisseur Schrader als jemand erscheint, dem immer mehr Wege versperrt wurden, und der darauf mit immer mehr Kühle und Reduktion reagiert. (Tobias Kniebe) Die Ehe des Wade Whitehouse ist lange gescheitert. Wenn seine Tochter Jill ausnahmsweise einmal zu Besuch kommt, sagt sie meist nur: «I wanna go home». Schrader ringt deutlich mit der überragenden Vorlage, die minuziös ein Männerleben in Trümmer legt. Er inszeniert bedächtig, lässt den Akteuren Zeit, ihre heiseren Sätze mühsam herauszukeuchen. Das Drama, die Winterlandschaft, die Gewalt zwischen Vater und Sohn: Schrader erzählt nicht, um zu rühren, eher wie um ein Tabu herum oder um eine Tragödie, deren mythischer Hintergrund zerfällt. (Bert Rebhandl)