AFFAIRE MARCORELLE

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L' AFFAIRE MARCORELLE

MARCORELLE AFFAIR, THE

Serge Le Peron
F, 2000
Spielfilme, 94min,

L' AFFAIRE MARCORELLE

Serge Le Peron
F, 2000
Spielfilme, 94min,

Mit: 
Jean-Pierre Leaud
Francois Marcorelle
Irene Jacob
Agnieszka
Mathieu Amalric
Fourcade
Drehbuch: 
Serge Le Peron
Ton: 
Jean Minodo
Kamera: 
Ivan Kozelka
Schnitt: 
Janice Jones
Musik: 
Antoine Duhamel
Ausstattung: 
Patrick Durand
Kostüm: 
Anne Autran

Produktion: 
Euripide Productions
Weltvertrieb: 
Euripide Productions
Format: 
35 mm
Farbe

Der ehemalige Studentenrevolutionär und nunmehrige Staatsanwalt Francois Marcorelle und seine Frau, Claudie, ebenfalls eine prominente Figur in Justizkreisen, sind dabei, mit ihren zwei Kindern auf Urlaub zu fahren. Ein komplizierter Fall um einen seiner ehemaligen Mitstreiter auf den Barrikaden hält Marcorelle auf und er bleibt zurück. Er isst in einem türkischen Restaurant zu Abend, freundet sich mit der polnischen Kellnerin Agnieszka an und bringt sie mit dem Auto nach Hause. Nach einer hysterisch-komischen Sexszene, deren Form aus einem Pornofilm und deren Inhalt von Kafka stammen könnte, folgt ein gewalttätiger Ausbruch. Marcorelle schlägt Agnieszkas Vater eine Flasche über den Kopf und tötet ihn. Agnieszka sagt, sie habe Freunde, die sich um die Leiche kümmern würden und treibt ihn an, zu fliehen - was er auch tut. Von Schuld zerfressen, begibt sich Marcorelle am nächsten Tag zur Polizei. Zu seiner großen Überraschung ist von dem Vorfall nichts bekannt. Während ihn sein Freund Georges, ein Arzt, beruhigt, findet Marcorelles junger Kollege Fourcade, daß es seiner Karriere nicht schaden könne, den prominenten Staatsanwalt anzuklagen - egal wofür.
Die Zuschauer müssen selbst entscheiden, ob der Vorfall wirklich passiert ist, während Marcorelle in eine Reihe von Ereignissen hineingezogen wird, im Vergleich zu denen selbst manche von Hitchcocks Protagonisten finden würden, sie seien noch gut davongekommen. Autor und Regisseur Serge Le Peron, einst Redakteur der Cahiers du cinema, stellt das Vergnügen der Zuschauer in den Vordergrund, indem er die komischeren Aspekte von durchaus ernsten Dingen erforscht. Die verspielte Struktur des Films enthält eine der besten Traumszenen, seit Salvador Dali für  Spellbound gearbeitet hat und gibt kaum Informationen preis: Dem Publikum bleibt nichts anderes übrig, als sich mit Marcorelle der Wahrheit entgegenzutasten. (Lisa Nesselson)